[Rezension] Mit Zorn sie zu strafen


Titel: Mit Zorn sie zu strafen
Autor: Tony Parsons
Verlag: Lübbe
334 Seiten
ISBN: 9783404172825
Reihe: Max Wolfe #2
Preis: 14.99€ gedruckt
11.99€ Ebook

Challenge: /
Skoobe: /

Add it: Goodreads 



 Inhalt: 


London an einem klirrend kalten Neujahrstag. Detective Max Wolfe ist entsetzt: In einem noblen Wohnkomplex wurde die Familie Wood erschossen. Nur der jüngste Sohn scheint verschont worden zu sein, doch von ihm fehlt jede Spur. Hat der Killer ihn in seiner Gewalt? Max bleibt nicht viel Zeit. Seine Ermittlungen führen ihn weit in die Vergangenheit, zu einem Killer, der vor 30 Jahren eine Familie tötete, auf die gleiche brutale Art. Doch der ist mittlerweile alt und sterbenskrank. Trotzdem verbirgt er etwas, das spürt Max - eine Ahnung, die ihn ins Grab bringen wird, und zwar buchstäblich…

Meinung: 

Ein Lebenszeichen!
Ja, ich hatte eine kurze Blogabstinenz, weil mein liebender Gatte mich mit einer richtig dicken Erkältung angesteckt hat. Wenn er das macht, bucht er für uns immer das All-Inclusvi-nicht wohlfühl-Paket. Inklusive Fieber, Schüttelfrost, Übergeben, Husten, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen. Seit gestern fühle ich mich endlich wieder halbwegs wie ein Mensch und konnte endlich mit Zorn sie zu strafen fertiglesen. 
So einen aufgezwungenen Erkältungscliffhanger hab ich auch nicht alle Tage.

Einige Leser haben mir am Dienstag geschrieben, dass sie, wie ich, keine großen Krimileserinnen sind. Die Gründe, warum ich mich für das Genre nicht wirklich erwärmen kann, sind einfach. Erstens, sind alle Protagonisten gleich. Es sind immer kaputte Gestalten, deren Ehe gescheitert ist, meist hängen sie an der Flasche oder an der Nadel, oder an beidem. Nun mag ich zwar schwierige Charaktere, aber der einsamme Wolf Charakter im Bezug auf Bullen, ist einfach zu durch. 
Der zweite Grund mag vielleicht ein bisschen arrogant und überheblich klingen, aber in 90% aller Krimis, komm ich relativ schnell dahinter, wer der Möder ist. Ich weiß nicht, ob ich ein totales Mastermind bin, oder ob ich einfach eine Criminal Minds Folge zu viel gesehen habe. Aber da der Mörder in 95% der Fälle eine Figur ist, der man schon über den Weg gelaufen ist, schränkt sich dadurch der Täterkreis so ein, dass ich sofort erhahne, wohin der Hase läuft.  Und dann ist der Rest halt meeeeh. 

Als meine Freundin mir mit Zorn sie zu strafen in die Hand drückte, war sie immer noch so begeistert, dass ich mich sofort daran machte, das Buch zu lesen. Schon vorweg kann ich sagen, dass mir das Buch - im Großen und Ganzen - sehr gut gefallen hat. Ich mag Krimis/Thriller nur dann, wenn sie brutal und schonungslos sind. Mit Cosy Crime über ermittelnde Omas kann ich nichts anfangen und mit Zorn sie zu strafen ist blutig. Es ist blutig, brutal und es schenkt einem echt nichts. Für wen die Themen expliziete Darstellung von Gewalt, Pädophilie, Gewalt gegen Kinder, genaue Beschreibung medizinischer Vorgänge u.ä. nicht abkann, der sollte doch lieber was anderes lesen. Ich hab zwar schon härteres gelesen, aber das Buch ist weit davon entfernt cosy zu sein. 

Gleich zu Anfang wird eine komplette Familie mit einem Bolzenschussgerät ausgelöscht. 
Diese Szene war für mich ein absoltues Horrorszenario, das bis runter auf die Knochen ging. Richtig übel. Nachdem die Leichen entdeckt wurden und das Team um Wolfe den Fall übernommen hat, wird schnell klar, dass das jüngste Familienmitglied, der vierjährige Bradley, entführt wurde. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. 
Das Buch greift interssante Themen auf, wie "Vorurteile gegen ethnische Minderheiten" und "ob Schuld je verjährt." Und es spielt vor der großartigen Metropolen-Kulisse Londons, die ja meine ausgsuchte Lieblingsstadt auf diesem Planeten ist. Natürlich wird das alles unterbrochen, durch das - natürlich kaputte - Privatleben, des Ermittlers. Seine Frau hat ihn verlassen und neu geheiratet. Er versucht den Spagat zwischne Ermittler und Vater auf die Reihe zu bekommen. 

An sich war Detective Wolfe ein symphatischer Kerl. Ich hatte nur Probleme ihn mir vorzustellen, weil sein Aussehen nie richtig thematisiert wird. Vielleicht wurde das in Bd.1 der Reihe gemacht und der Autor sah keinen Grund eine Beschreibung einzufüngen. Leider, ein paar dezente Hinweise hätten mir da schon geholfen. Wolfe ist natürlich das wandelnde Bullen Klischee, nichts neues von der Seite. Alles wie gehabt. Er sticht für mich jetzt nicht aus der Masse heraus, obwohl ich ihn durchaus symphatischer, als andere finde. 

 Die Geschichte wird spannend erzählt und scheinbar haben unsere Helden von der Polizei ein ganzes Batallion Schutzengel an ihrer Seite. Wenn ich mir überlege, was denen im Zuge der Ermittlungen alles passiert und das - fast alle - am Ende wirklich noch stehen. Glanzleistung. Wenn man Gewalt einsetzt gibt es natürlich Verletzte, aber ich stelle es mir persönlich kompliziert vor, zwei Tage nachdem mir jemand ein Messer in den Wanst gerammt hat, schon wieder auf Verbrecherjagd zu gehen. Aber ich bin ja auch kein Bulle. 
Die Polizisten beweisen also allesammt eine hohe Leidensfähigkeit, und der Autor walgt sie alle so richtig übel durch, bis man zu des Rätsels Lösung kommt ...

... Ja des Rätsels Lösung. Was soll ich sagen. Ich wusste relativ schnell wohin die Reise geht. Ich weiß nicht mal, was genau mich auf die richtige Spur gebracht hatte, aber ich lag richtig. Was kann ich zum Schluss sagen? Hm ... ja. Er war sehr lang. Ein ganzes Sammelsurium an Konfrontationen und die eigentlich Klimax - die Stelle mit dem Grab, die im Klappentext erwähnt wird - kam für mich etwas zu früh. Danach hatte man noch so viele Seiten, dass die finale Konfrontation zwischen Detective und Killer dann etwas lahm rüberkam.

Fazit: 

Alles in allem hat mich mit Zorn sie zu strafen gut unterhalten. 
Das Buch enthält die üblischen Klischees, aber es besticht durch Tempo und schonungslose Tatsachen. Der Ermittler ist symphatisch und das wird sicher nicht mein letztes Buch über Detective Wolfe gewesen sein 

4.5/5 Sterne
 


Kommentare

  1. Hey Nadine,

    ich habe deinen Blog beim stöbern gefunden und finde ihn wirklich schön :).
    Deswegen habe ich dich auch für den liebsten Award nominiert.

    Es wäre echt cool wenn du mal vorbei schaust und mitmachst.

    Liebe Grüße
    Anie
    http://anie1990.blogspot.de/2016/02/liebster-award-4.html

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    1. Hallo Anie,

      ich hab den Liebster leider erst vor ein paar Wochen beantwortet :)
      Ich setz deshalb eine Runde aus

      lg
      Nadine

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  2. Hallo Nadine :)

    Habe gerade deine Rezension gelesen, weil ich das Buch auch schon mal in der Hand hatte. Selbst wenn viele Krimis an und für sich eigentlich auch einzeln lesbar sind, tue ich mich schwer damit irgendwo mittendrin einzusteigen. Weil einem dann doch irgendwelche Details fehlen, sei es aus der zwischenmenschlichen Vorgeschichte der Ermittler oder eben auch einfach "was ist das überhaupt für ein Typ?"

    Ich stimme dir zu, ich mag diese "ausgelutschten" Ermittler-Klischees auch nicht (mehr). Es ist einfach durch, genau wie du sagst. So sehr sogar, dass ich in meinen Rezensionen von Thrillern und Krimis sogar lobend hervor hebe, wenn der Ermittler einfach mal ein ganz normaler, bodenständiger Typ ist.

    Dass es dir trotzdem so gut gefallen hat find ich schön :)

    Liebe Grüße
    Ivy

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