[Rezension] Dein finsteres Herz


Autor: Tony Parsons
Titel: Dein finsteres Herz
Verlag: Bastei Lübbe
Originaltitel: The Murder Bag
Serie: Max Wolfe #1
ISBN: 9783785761151
Umfang: 383 Seiten
Preis: 
14.99€ broschur
11.99€ ebook 

Challenge: /
Skoobe: /

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Inhalt: 


Vor zwanzig Jahren trafen sieben privilegierte Jungen in der elitären Privatschule Potter’s Field aufeinander und wurden Freunde. Nun sterben sie, einer nach dem anderen, auf unvorstellbar grausame Art. Das ruft Detective Constable Max Wolfe auf den Plan: Koffeinjunkie, Hundeliebhaber, alleinerziehender Vater. Und der Albtraum jedes Mörders.
Max folgt der blutigen Fährte des Killers von Londons Hinterhöfen und hell erleuchteten Straßen bis in die dunkelsten Winkel des Internets. Mit jeder neuen Leiche kommt er dem Täter ein Stück näher – doch damit bringt er nicht nur sich selbst, sondern auch alle, die er liebt, in tödliche Gefahr …


Meinung: 

Nachdem ich mit Zorn sie zu strafen - den zweiten Band der Max Wolfe Reihe - ja förmlich in mich reingefressen hatte, stand für mich sofort fest, dass ich auch Band eins, so schnell wie möglich, lesen muss. 
 Ich habe für Band eins erheblich länger gebraucht, als für die Fortsetzung. Man hat, gleich am Anfang, gemerkt, wie enorm sich Tony Parsons gesteigert hat. 

Zwar steigt das Buch wieder mit einem blutigen Prolog in die Geschichte ein - ich schätze, das wird ein Markenzeichen des Autors - aber gleich danach merkt man, dass es nicht ganz so temporeich und spannend zugeht, wie im zweiten Teil. Ja, wir müssen die Figuren erst kennenlernen, dafür ist Band eins da.  Allerdings habe ich genau hier wieder ein paar kleine ... ja ... Probleme. 

Mein "Kritikpunkt" an Band zwei war ja, dass ich nicht wusste, wie ich mir Max Wolfe vorzustellen habe. Das wird auch in diesem Band nicht wirklich geklärt und mehr noch. Ich habe ja Band 2 zuerst gelesen und wusste, dass Wolfes Frau noch lebt und eine neue Familie gegründet hat. In Band 1 liest sich das über weite Strecken aber so, als wäre sie ... na ja ... tot. Das hat mich beim Lesen reichlich verwirrt. 
Wie auch in "mit Zorn sie zu strafen" nimmt Wolfes Privatleben einen nicht gerade unbeträchtlichen Teil der Handlung ein. Und wie in diesem Buch auch, nervt mich das irgendwann. Viele Szenen über Hunde, Boxen oder na ja ... Hunde sind einfach nur Lückenfüller. Ich weiß, sie sind da, um den Cop ein Privatleben, Sorgen, Nöte zu geben und ihn zu einem Menschen zu machen, aber es war ein bisschen zu viel des Guten.  Auch nach zwei Bänden bleiben Wolfe und seine Kollegen mir seltsam fremd. Es fällt mir schwer eine Beziehung zu ihnen aufzubauen und mit ihnen mitzuleiden. Auch wenn der Autor wirklich alle Register zieht, um mir Max näher zu bringen, er scheitert.

Wie auch im Nachfolgeband lässt Wolfe sich eher von seinem Bauchgefühl leiten, als von richtiger Ermittlungsarbeit. Das Buch startete zwar superspannend, aber die Handlung hat einige Hänger und ich habe wirklich Tage gebraucht, um mich durch die langatmigen Passagen zu quälen. In Kombination mit dem - für meine Verhältnisse - unnützen Hundeepisoden, ein fast tödlicher Mix.  

Die Story klang gut. Ich bin ein großer Fan von Plots die in England und in Internaten spielen. Es versprach richtig gut zu werden, aber es war nicht so gut, wie erhofft. Vielleicht waren meine Ansprüche nach Band zwei zu hoch. Ich weiß es nicht. Ich würde die Geschichte als solide, aber noch ausbaufähig beschreiben, was der Autor mit Band zwei ja wirklich geschafft hat. 

Was  mir gut gefällt ist das Wissen des Autors über London. Ich liebe diese Stadt und erkenne sie wieder, wenn Parsons sie beschreibt. London gehört mein Herz und gerade wenn die Figuren über den Highgate Cementery streifen schlägt es wie wild. Ich denke schon, dass der Autor sich intensiv mit der englischen Polizeiarbeit auseinandergesetzt hat. Wie er einzelne Vorgänge, Tatsachen und Waffen beschreibt, ist wirklich brilliant. Ich mag auch seinen einfachen, schnörkellosen Stil und seinen Hang Gewalt so darzustellen wie sie ist. Sie nicht zu verklären oder zu beschönigen. 
Dem entgegen steht Supermann-Max-Wolfe der mehr einstecken kann, als gut für ihn wäre. Es hält sich also die Waage zwischen voller Zustimmung und Übertreibung. 

Fazit: 

Ich bin froh mit Band zwei angefangen zu haben. Band eins war solide, aber mit einigen Schwächen, die der Autor in seinem Folgeband schon ausgemerzt hat. Ich weiß nicht, ob ich Band zwei gelesen hätte, wenn ich die Reihe in der vorgesehenen Art und Weise begonnen hätte. 
Von mir gibt es für Dein finsteres Herz solide

3/5 Sternen


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