[Rezension] Maestra


Titel: Maestra
Autor: L.S. Hilton
Verlag: Piper
Umfang: 384 S. 
ISBN: 978-3492060516
Preis: 
12.99€ ebook
14.99€ broschiert

Challenge: /
Skoobe: /

Add it: 


Inhalt: 

Sie nimmt sich, was sie will, und nichts hält sie auf ...

Judith Rashleigh arbeitet für ein renommiertes Londoner Auktionshaus. Deshalb hält sie es zunächst für ein Versehen, dass ein von ihr als Fälschung entlarvtes Meisterwerk zur Versteigerung angeboten wird. Als sie den Galeristen auf den Fehler hinweist, feuert er sie kurzerhand und raubt ihr jegliche Hoffnung auf eine Zukunft in der Kunstwelt. Doch es gelingt ihr, sich trotzdem weiterhin in den elitären Kreisen zu bewegen und die Hintergründe des millionenschweren Kunstbetrugs aufzudecken, ohne dabei ihre wahre Identität preiszugeben. Ein riskantes Spiel, an dem die junge Britin aber schnell Gefallen findet – und zwar so sehr, dass sie den Spieß schließlich umdreht und sich das nimmt, was ihr zusteht. Um jeden Preis. 


Meinung: 

Der Klappentext von Maestra machte sofort neugierig. 
Ich mag: Thriller. Das Kunstmilleu. Skurpellose Femme Fatals, die sich nehmen, was ihnen zusteht. 
Noch dazu wurde es beworben mit: "Für Fans von Stieg Larsons Milenium Trilogie & Gone Girl"
Alles zusammengenommen, klang Maestra sehr verlockend.

Ich begann mit dem lesen und war schon im Prolog sehr überrascht. 
Ich hatte mit einem Thriller gerechnet, in dem Erotik und Sex zwar eine Rolle spielen, aber schon die ersten Seiten machten deutlich, dass die Erotik einen deutlichen größeren Stellenwert in dem Buch einnehmen würde, als zunächst gedacht. 
Wer meinen Blog kennt und liest, weiß, dass ich mit sowas - an sich - kein Problem habe. Ich hatte nur nicht damit gerechnet, dass ein Buch, dass unter der Flagge Thriller segelt und auch bei Lovelybooks als Krimi eingeordnet wird, gleich mit einer Orgie in die Geschichte einsteigt. 

Die Protagonistin - Judith oder Lauren oder wie auch immer sie sich gerade nennt - ist ein einfaches Mädchen, dass sich durch Fleiß und harte Arbeit gesellschaftlich nach oben gekämpft hat. Doch dann muss sie feststellen, dass es nicht auf ihr Fachwissen, ihren Fleiß und ihre harte Arbeit ankommt und dass diese Dinge ihr nur eine Kündigung einbringen. 
Aber Judith hat gelernt sich in der Welt der Reichen und Superreichen zu bewegen. Sie hat sie studiert und sie schmiedet einen Plan, sich an ihrem Boss zu rächen. 

Puh. 
Was soll ich zu dem Buch sagen. 
Vielleicht hatten wir keinen perfekten Start, weil ich mit falschen oder besser gesagt anderen Erwartungen an die Sache herangegangen bin. 
Ich hatte eher einen Thriller aus dem Kunstmilleu erwartet, der vielleicht mit ein paar erotischen Szenen gespickt ist. Aber zu einem großen Teil ist das Buch eher ein High-Society-Roman. Wir folgen Judith zu exklusiven Hotels, exklusiven Clubs, exklusiven Restaurants. Die Heldin lässt uns daran teilhaben welche Designerklamotten sie sich kauft (sollte ich einmal steinreich werden, habe ich jetzt wenigstens einen guten Überblick über das Angebot). Wir erfahren welche Delikatessen sie gerade in diesem oder jenem Lokal verspeist, vergisst dann aber uns Leser zu erklären, was zum Teufel da gerade auf ihrem Teller ist und so hatte ich in den seltensten Fällen ein Bild davon. 
Natürlich gibt es auch spannende Stellen. Judith hinterlässt eine Spur aus Leichen in halb Europa, aber das Namedropping für Luxusmarken und das Schwelgen in diesem Luxus stehen doch zu sehr im Vordergrund. 

Judith selbst ist wirlich ein eiskaltes Biest. 
Sie schildert uns schonungslos und abgeklärt, was sie vorhat und schont dabei weder sich, noch uns. Ich mag mordende Femme Fatals und Judith hatte wirklich ihre Momente. Gemocht, habe ich sie nie, aber sie konnte mir wenigstens ab und an imponieren. 

Es gibt in Maestra sehr viele, sehr plastische Sexszenen. 
Dieser Sex soll wohl durch seine Spielarten, seine Häufigkeit und die expliziete Darstellung den Leser schockieren. Judith macht alles - und ja ich meine alles - um an ihr Ziel zu kommen. Mal mit mehr, mal mit weniger Spaß bei der Sache. Sie weiß, dass sie Männer benutzen kann, genau, wie die Männer sie benutzen. Und ihr Plan ist immer derselbe. Einen reichen Mann finden, ihn ins Bett bekommen und so das nächste Treppchen auf ihrer Racheleiter erklimmen, bis sie ganz oben angekommen ist. 
Vielleicht habe ich schon zu viele - schlechte - erotische Romane gelesen. Aber der Sex hat mich weder schockiert, noch bin ich davon errötet. (Das habe ich in einer anderen Rezension gelesen. Maestra wird sie zum erröten bringen) Keine Ahnung, ich bin wohl schon zu abgestumpft. Ich will hier auch keine Vergleiche zu Werken wie 50Shades oder dergleichen ziehen. Judith würde Ana zum Frühstück verspeißen und nur ihr Haargummi wieder ausspucken.
Der Schreib und Erzählstil variiert. 
Man kann das Buch in einem Rutsch einfach runterlesen und ich mochte den schonunglos ehrlichen Stil, mit der Judith erzählt. Die Sexszenen fand ich eher amüsant, als erotisch, teilweise war es sehr vulgär. Für Leser, die keine so explizieten Darstellungen möchten, ist das Buch eher weniger geeignet.



Fazit: 

Goodreas listet das Buch als Thriller. 
Für mich war es eher ein erotischer Roman mit Thrillerelementen. Irgendwie konnte mich das Buch nicht überzeugen, zu viel High-Society-Shopping-Trip und Sexroman, garniert  mit Mord und Totschlag. Leider hat es bei mir nicht gezündet

2/5 Sternen

Ich danke dem Piper Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplars

Kommentare

  1. Huhu Nadine,

    da hast Du Recht, der Klappentext hat auch mich gleich neugierig gemacht. Schade, dass es an der Umsetzung scheinbar haperte und sich das Buch eher als erotischer Roman, statt als Thriller entpuppt hat. Damit hätte ich bei dieser Inhaltsangabe auch nicht gerechnet.
    Vielen Dank für Deine ehrliche Meinung!

    Liebe Grüße,
    Tanja

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