[Rezension] Highspeed Love


Titel: Highspeed Love
Autor: Chriss P. Rolls
Verlag: Forever
Seiten: 288
Pries: 3.99€


Challenge: /
Skoobe: /


Add it: 




Inhalt: 

Zu Beginn der Motocrosssaison bekommt der erfolgreiche Rennfahrer Cole einen neuen Mechaniker: Es ist ausgerechnet Maxwell, der Zwillingsbruder von Coles altem Erzfeind und härtestem Konkurrenten. Maxwell sieht seinem attraktiven Bruder zum Verwechseln ähnlich und bringt damit Coles Gefühle ganz schön durcheinander. Gleichzeitig weiß Cole nicht, ob er dem Neuen trauen kann. Während Cole sich mit seinen widerstreitenden Gefühlen auseinandersetzt, rückt der Tag des großen Rennens immer näher. Plötzlich häufen sich gefährliche technische Defekte an Coles Maschine. Steckt Maxwell dahinter? Kann Cole ihm noch trauen? Als es zu einem leidenschaftlichen Kuss zwischen den beiden kommt, steht ihre Welt auf einmal Kopf …


Meinung: 

Heute gibt es von mir wieder einen Gay-Romance Titel. 
Diesmal Highspeed-Love aus dem Forever-Verlag. 

Auf das Buch bin ich auf Goodreads aufmerksam geworden und weil Gay-Romance mein absolut liebstes Subgenre im Liebesromansektor ist, musste ich das Buch einfach haben. 
Das Schöne an dem Genre ist, dass ich keine hohe Ansprüche stelle. Im Gegensatz zu Fanstay oder historischen Romanen stört es mich nicht, wenn sich Gay-Romance den gängigen Klischees bedient oder das ganz große Drama zwischen den Figuren ausbricht. 
Und eben, weil meine Erwartungshaltung so niedrig ist, werde ich sehr selten von Gay-Romance enttäuscht.
Leider war Highspeed Love so ein Fall. 

Das Thema Motorcross hatte - obwohl ich mit diesem Sport nichts am Hut habe - sofort einen Stein bei mir im Brett. Ich hab sofort die Vorteile gegenüber anderen Sportarten, wie zum Beispiel Schach oder Curling erkannt. Heiße Kerle die im Dreck spielen und verschwitzt unter die Gemeinschaftsdusche müssen? Hallooooo!
Ich machte mich also mit viel Vorfreude auf, dieses mir unbekannte Terrain zu erkunden, und es war irgendwie ernüchternd. 
Ich erwarte ja wirklich keinen ausgeklügelten Plot, aber ich brauche schon etwas, das mich bei der Stange hält. Sei es einen interessanten Protagonisten, mit einem krassen Problem (so wie Damen in Captive Prince) oder eben genügend Sexy Time, um das Fehlen von Plot und interessantem Prota zu kompensieren. Bei Highspeed Love war das Problem, dass in der ersten Hälfte mal so gar nichts passiert. Ich meine ... es passiert schon Zeug, aber das war - für mich - nicht spannend genug, um gefesselt weiter zu lesen, noch gab es genügend sexy Zwischenfälle, um meine Aufmerksamkeit dahin zu lenken. In den ersten 40% passiert einfach ... nichts. Es ist nur Alltagskram. Cole pendelt zwischen seinem zu Hause und dem Dirtcamp. Es gibt ein paar kleine Reibereien, zwischen den Jungs (das Problem mit der Dusche hab ich bis heute nicht verstanden. So ein Kindergarten) und ab und an denkt Cole mal zwei Zeilen lang darüber nach, wie hot Maxwell ist. 
Das war mir einfach von allem zu wenig. Cole ist einfach nicht interessant genug. Weder er, als Person, noch seine semi-geheime Homosexualität. Die Menschen, die eigentlich in solchen Stories das größte Konflikpotential mitbringen (sein Dad, sein Trainer usw.) wissen schon längst, dass er auf Jungs steht, was das "Geheimnis" jetzt nicht weiter dramatisch macht. Cole ist auch nicht sooo super darauf bedacht, es mega geheim zu halten, immerhin vögelt er durch die Gegend und geht in Schwulenbars. Sein Alltag ist auch nicht gerade das, was man mega aufregend nennen könnte und so dümpelt das alles mehr oder weniger vor sich hin. Was ich an Gay-Romance mag, was für mich den Reiz den Genres ausmacht, sind die vertrackten Situationen in denen die Figuren landen. Zerrissen zwischen Verlangen und Geheimnissen und Drama ... und ja, das fehlte hier komplett. 
Dann, als es zwischen Maxwell und Cole zur Sache geht, kam es dann hoppla die hopp und so wirkte das alles sehr unausgegoren und irgendwie, wie der krasse Konterpart zur ersten Hälfte. Mir hat das so ein bisschen der Mittelweg gefehlt. 

Insgesamt war die Lovestory von Cole und Maxwell okay. 
Sie werden nie mein Lieblingspaar werden, aber das ist in Ordnung. 
Dass die Story für mich zu wenig zu bieten hatte, ist natürlich Geschmackssache, ich lege den Fokus in dem Genre auf Sex und Drama. Andere bevorzugen wirkliche Storys. Jedem das seine. 
Den größten Punkteabzug gibt es auch nicht dafür, sondern dafür. 

Mein größter Kritikpunkt ist, der Schreibstil und dass der Text insgesamt einen unlektorierten Eindruck gemacht hat. Wirklich ich bin der letzte Mensch, der sich - gerade bei M/M Fiction - über sowas aufregt und wäre Highspeed Love ein SP Titel, würde ich mich nicht so hart mit ihm ins Gericht gehen, aber da es in einem Verlag erschienen ist und wir hier nicht von zwei oder drei Druckfehlern reden, muss ich einfach Punkte abziehen.  

Es gibt viele Wortwiederholungen innerhalb eines Satzes z.B:
"Seufzend nahm Cole den Helm ab, zog die Handschuhe aus und rief Maxwell heran, der sich die Hände an seinem Lappen abwischte und herankam"  (bei ca. 17%)

Sehr oft blieb ich an Worten oder Formulierungen hängen, die vielleicht zu einem Lord oder einem Captain im 19. Jahrhundert in einer historical Gay-Romance gut gepasst hätten, bei einem Motorcrosschampion im Jahr 2016 aber einfach nur albern und fehl am Platz wirken. Wenn der Autor z.B. ein Wort wie Antiltz verwendet, dann ... passt das einfach einfach nicht oder Sätze wie: 
"Dummer Tor der er war." oder "Egal wie oft sich Cole an die simple Tatsache gemahnte"  So etwas stört meinen Lesefluss. Ich bleibe daran hängen, runzele die Stirn und denke: Das passt doch nicht. Und genau da hätte der Verlag einfach ändern und nachbessern müssen. Aus dem dummen Toren einfach einen Idioten machen. Oder anstatt sich etwas zu gemahnen, sich etwas in Erinnerung rufen. Ich hab viele Ullsteinbücher gelesen und sie gern gelesen und obwohl es hier "nur" um Gay-Romance geht und "nur" das digitale Imprint, ewarte ich schon ein bisschen mehr von einem so renormierten Verlag. Manchmal waren auch einfach Worte an sich falsch, wenn Cole sein Frühstück hinab statt herunterschlingt oder wenn jemand zum gefühlt millionsten Mal grummelt, brummelt, knurrt oder brummt. Diese ständigen gutturalen Laute haben mich irgendwann richtig aggressiv gemacht. Ein bisschen mehr Lektorats- und Korrektoratsarbeit hätte Highspeed Love sehr gut getan. 

Fazit: 
  
Mein größter Kritikpunkt an dem Buch ist, dass es einen unlektorierten Eindruck macht und mir so den Lesefluss und den Lesespaß verdirbt. 
Max und Cole als paar sind ganz nett, aber mein Traumpaar werden sie nie. 

2.5/5 Sternen 
 


 
 

 
 

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