[Rezension] Beijing Baby


Titel: Beijing Baby
Autor: Volker Häring
Verlag: Conbook
Umfang: 320 S. 
ISBN: 978-3958891005
Reihe: Länder Krimis
Preis: 
11,99€ ebook
12,99€ Taschenbuch

Challenge: Lesereise // China
Skoobe: Ja


Add it: 

Inhalt: 

Karaoke, Kader, Karrieren – Ein faszinierender Ritt durch die Untiefen der chinesischen Gesellschaft

Eine Schauspielstudentin wird tot im Innenhof des Zentralen Theaterinstitutes Peking aufgefunden. Zunächst deutet alles auf einen Selbstmord hin, doch dann tauchen Zweifel auf.

Die junge Kommissarin Xiang, gerade frisch aus der Provinz nach Peking versetzt, stürzt sich in die Ermittlungen. Nach und nach gerät sie in einen Sumpf aus Macht und Intrigen. Denn schon bald stellt sich heraus, dass das Opfer ein gefährliches Doppelleben im Pekinger Nachtleben führte und Liebschaften zu hochrangigen Politikern unterhielt ...

Beijing Baby nimmt Sie mit in das moderne Peking, wo Tradition und Reform unerbittlich aufeinanderprallen, Geld die Moral bestimmt und politischer Einfluss tödlich sein kann. Ein China jenseits aller Klischees.


Meinung: 

Beijing Baby ist ein Eigentlich-Buch weil: 
* eigentlich mag ich keine Krimis
*eigentlich les ich, wenn ich Krimis oder Thriller lese, immer nur das beinharte Zeug. 
* eigentlich hab ich keinen Bezug zu China
*eigentlich beschränkt sich mein Wissen über China auf seine geographische Lage und die Tatsache, dass unser "chinesisches Essen" nichts mit echtem chinesischen Essen zu tun hat. 
 
Wie gesagt, stand eigentlich alles mögliche zwischen mir und diesem Buch und trotzdem hab ich es innerhalb von drei Tage gelesen und fand es toll. 
 
Mich hat allein schon der Klappentext gereizt, weil ich irgendwie ein Faible fürs Theater und ich gehöre zu der seltsamen Spezies an Lesern, die total darauf abfährt beim Lesen unnützes Wissen anzusammeln. Ich find es toll, irgend ein abstruses Thema zu haben, in das ich mich für ein paar Tage eingraben kann. Letztes Jahr zum Beispiel hab ich - während ich River of Ink gelesen habe - alles mögliche über Sanksrit und den Mythos des Shishupal Vada gelernt. Irre spannend.
Und jetzt also das moderne China.   

Ich fand das Buch super unterhaltsam. 
Es ist 1/3 Kriminalfall, 1/3 Reiseführer und 1/3 Grundkurs beleidigen auf Chinesisch Level B1
Freund von Mord, Totschlag, Blut und Eingeweiden könnten hier eher nicht so auf ihre Kosten kommen. Aber wenn ihr schon immer wissen wolltet, wie es sich in China so lebt, wie die Leute da ticken und was man da so Essen kann, dann ist das euer Buch!
Was mich irgendwie ganz besonders fasziniert hat ist, dass das Buch zwar in Beijing spielt, aber es sich nicht wie Beijing angefühlt hat. Wenn ich Bilder von da im Fernsehn sehe, dann sind das immer diese total futuristischen Wolkenkratzer und Smog. 
In dem Buch aber, hatte ich meistens das Gefühl, ich bin in nem Dorf, oder so, weil es in der Pekinger Altstadt den Hutongs spielt und das ich nicht gewusst hab, das es sowas überhaupt gibt ... ja ... siehe oben. Ich hab gefühlte tausend Worte gegoogelt - nicht weil der Autor mich durch mangelnde Beschreibungen oder so, dazu gezwungen hätte - sondern weil ich ja voll in dem Thema mal wieder drin war. 

Das Buch lebt einfach davon, dass Gegensätze aufeinanderprallen. 
Der Westen auf den Osten. Das alte, traditionelle China auf das neue moderne. Alle Hauptcharaktere bilden Gegensätze zu einander, was ich wirklich mochte. 
Der deutsche Student Phillip, der sich in He Lin verguckt, die dann unter mysteriösen Umständen im Theaterinstitut zu Tode kommt. Gerüchteweise soll sie eine Affäre mit einem hohen Kader gehabt haben und die Sache wird politisch.
Die junge Kommisarin Xiang, und ihr alter, vor der Pensionirung stehender Kollege Wang, die ganz unterschiedliche Herangehens- und Sichtweisen haben.
Jeder Charakter war für sich interessant und jeder zeigt eine andere Seite von China/Beijing. 

Gut, der Kriminalfall tritt manchmal in den Hintergrund, was mir persönlich jetzt nicht viel ausgemacht hat, weil ich einfach auf einer Entdeckungsreise durch Peking war. Wenn ihr also auf der Suche nach einem Buch seit, in das ihr voll und ganz eintauchen könnt, dann ist Beijing Baby mein Tipp für euch. Denn ihr bekommt das volle Programm. 
Ich geb zu, dass mich - vorallem wenn es um Schrifsteller ging - mich die vielen Namen total überfordert haben. Aber zur Not hätte ich die ja auch googeln können :)

Fazit: 

Beijing Baby war wie eine China-Reise, die ich zu Hause von der Couch aus machen konnte. 
Mir hat das Buch super gut gefallen und kann es jedem empfehlen, der gern mal in das Land reisen würde, oder schon mal da war. 
Für Action und Splatterfans ist es dagegen eher nicht geeignet. 

5/5 Sternen



 

 

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