[Rezension] Stalking Jack the Ripper


Autor: Kerri Maniscalo
Titel: Stalking Jack the Ripper
Serie: Stalking Jack the Ripper #1
Verlag: Jimmy Patterson 
Umfang: 360 S. 
ISBN: 16273497

Preis: 
6,99€ ebook
15,43€ gebunden

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Inhalt:  

Seventeen-year-old Audrey Rose Wadsworth was born a lord's daughter, with a life of wealth and privilege stretched out before her. But between the social teas and silk dress fittings, she leads a forbidden secret life.

Against her stern father's wishes and society's expectations, Audrey often slips away to her uncle's laboratory to study the gruesome practice of forensic medicine. When her work on a string of savagely killed corpses drags Audrey into the investigation of a serial murderer, her search for answers brings her close to her own sheltered world
 


Meinung: 

Meine Güte, ich hatte wirklich Bock auf dieses Buch. Es triggert all das was ich liebe. London, das 19. Jahrhundert, neblige Gassen, Leichen und natürlich Evil Himself Jack the Ripper, den wohl berühmtesten aller Serienkiller. 
Und ja, SJTR fing auch richtig gut an, mit einer Protagonistin die - zusammen mit ihrem Onkel - Leichen seziert und sich an die Fersen des damals noch Leather Apron genannten Killers heftet. 
Es hätte alles so gut werden könne. 
Hätte. 

Ganz im Ernst, die Idee von Kerri Maniscalco die Ripper Morde an die Vergangenheit einer bestimmten Familie zu knüpfen war mal was neues und hatte durchaus Potential. Auf der anderen Seite, war mir schon ab circa zwanzig Prozent mehr als klar, WER Jack the Ripper ist. Wäre das nur im echten Leben mal SO offensichtlich und einfach gewesen. 
Und das ist auch schon ein großer Teil des Problems. Das verdammte Buch heißt Stalking Jack the Ripper, aber gestalkt wird eigentlich nicht. 
Audrey Rose und ihr Kollege Thomas stolpern einfach nur dem Ripper hinterher. Das reiche Mädchen zieht aus, um die Huren von Whitchapel zu retten. Es folgt Hinweisen die meißt im Sand verlaufen und bekommt ansonsten Hilfe von Außen. Und dabei trägt sie natürlich hübsche Kleider und fühlt sich allen überlegen (und das obwohl sie keine nennenswerte Ausbildung oder Kentnisse von überhaupt irgendwas hat)
Zwar versucht die Autorin - vorallem durch die Figur von Thomas - die Kunst der Deduktion mit in den Plot zu quetschen, aber wenn Thomas einen auf Sherlock Holmes und Audrey Rose einen auf Watson macht, lässt mich das mein kleines Sherlokian-Herz nicht wirklich höher schlagen. 
Thomas ist wie Holmes, nur halt schlechter und seien wir ehrlich, es kann in dem Gebiet einfach nur einen geben, dem ich solche Gedankensprünge ohne Augenrollen verzeihe. 

Wenn man mal von dem verschenkten Plotpotential absieht, ist mein größter Kritikpunkt die Hauptfigur Audrey Rose. Nicht einfach Audrey oder Rose. Nein! Audrey Rose, da besteht sie drauf. Zu Beginn hatte ich - wie gesagt - wirklich Hoffnungen für das Mädchen. Ich mag starke Heldinnen, gerade in YA Büchern, aber Audrey Rose war - auf die Länge des Buches betrachtet - einfach nur eine verzogene Göre, deren persönliche Revolte gegen das vitorianische System, das Frauen zu hübschen Dummchen verdammt, einfach nicht abgenommen habe. 
Ständig beklagt sie sich darüber wie dumm und oberflächlich die anderen Mädchen sind. Dass sie sich halt nicht für halb verweste Leichen, den Tod und Dedektivarbeit interessieren, macht sie in den Augen von Audrey Rose zu verachtenswerten Geschöpfen. 
Doch die Autorin geht nicht soweit, dass sie aus Audrey Rose das macht, was ich von ihr erwartet habe, eine starke Frau, die ihr Ding durchzieht. Nein! Gerade noch echauffiert sich Audrey Rose über die dummen Schnepfen beim Tee, und im nächsten Moment geht es seitenweise um schöne Kleider, Make-up und wie WUNDERSCHÖN die Wimpern von Thomas sind. 
Zitat: "Just because I was a girl interested in a man's job didn't mean I needed to give up being girly."
Ja, Audrey Rose ist konstant wuschig auf Mr. Thomas Cresswell. 
Er ist so wicked und devilish und handsome und omg *faint*
Der Junge taucht auf Seite drei zum ersten Mal auf und ab da ist es um Audrey Rose geschehen. Denn Thomas aka Sherlock Holmes ist ein sexy Automat, den sie knacken will, obwohl sie sich das nie eingestehen würde. 
 
Und Thomas? 
Nun Thomas ist einfach nur total over the top. 
Zitat: “If you'd like to see me out of my breeches, simply ask, Wadsworth. I'm more than happy to accommodate you on that front.”
Ständig macht er Anspielungen darauf, dass er Audrey Rose küssen will und dass sie ihn küssen will. Dieses hin und her sollte wohl sowas wie eine gewisse Spannung zwischen den Protagonisten erzeugen, aber ich fand es einfach nur übertrieben und vollkommen fehl am Platz. 
Die Autorin wollte diese Lovestory bzw. Chemie zwischen den Beiden und hat sie - ohne Rücksicht auf Verluste - mit einem Vorschlaghammer in den Plot geprügelt.  

Unterm Strich haben wir eine verzogene reiche Göre, die alle fünf Zeilen kurz davor ist, wütend mit dem Fuß aufzustampfen, wenn sie ihren Willen nicht bekommt und einen der wohl nervensten männlichen Protagonisten seit Edward Cullen. 

Diese zwei wollen also das Rätsel um Jack the Ripper lösen und ehrlich, ich kauf ihnen das immer noch nicht ab. Als das Buch startete hielt ich die zwei für ... Medizinstudenten. Leute, die mal Ärzte oder Gerichtsmediziner werden wollen. Vernünftige Leute. 
Doch während die Handlung so ihren Lauf nahm, hatte ich immer mehr den Verdacht, dass diese ganze Leichensache für Audrey Rose - auch entgegen ihrer Statements - nur einen Teil ihrer Rebellion darstellt. So eine Art makaberes Hobby um sich die Zeit zu vertreiben und Leute zu schocken. Dieser Verdacht kummuliert sich in einer Szene in der sie und Thomas - in dessen verdammten Wohn/Esszimmer - eine Leiche aufschneiden. Einfach mal so. Just for fun, weil Thomas sagt " Ja die muss morgen wieder zurück in die Leichenhalle, aber vorher MUSS ich noch die Gallenblase entfernen"  so, als würde er sagen, okay ... lass uns Netflix schauen, wir MÜSSEN die neue Staffel OITNB heute noch fertigbekommen.
Liebe Autorin, ich lese gern Bücher in denen es auch mal bestialisch zugeht. Krieg. Mord. Folter. Okay. Aber zwei Teenagern eine Leiche - die ja immer noch ein Mensch ist, wenn auch ein toter - zum Spielen hinzuschmeißen. Nope nicht mein Verständnis von Ärzten/Medizin/Protagonisten, die ich ernst nehmen kann. 

Der Schreibstil ist flüssig und die Autorin hat ein paar gute Oneliner, aber er strotzt nur so von Anakronsimen. 
Ich glaube nämlich nicht, dass eine junge Lady des viktoriansichen Londons Worte wie "okay" "girly"
Ich hatte die ganze Zeit auch irgendwie das Gefühl, dass da ein Hauch von Steampunk in der Luft lag (keine Ahnung warum) wahrscheinlich weil Audreys Vater ... äh Sorry Audrey Roses Vater mechanisches Zeug baut/gebaut hat. Keine Ahnung. 

Fazit: 

Ich liebe das viktorianische London und Bücher über Jack the Ripper. 
Leider konnte Stalking Jack the Ripper mich nicht packen. 

2.5/5 Sternen 

Kommentare

  1. Ach das ist ja schade... allein von der Thematik her hätte mich das Buch wirklich angesprochen. Schade, dass es dich nicht überzeugen konnte. Ich werde wohl die Finger davon lassen!
    Viele Grüße
    Jasmin

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  2. Oh je, dabei klang das Buch so gut. Aber deine Rezension ist super und irgendwie macht sie das Buch sehr lustig. Ich hab jetzt mehr eine Komödie im Kopf. ;)

    LG

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