[Rezension] Das Erbe der Königin


Titel: Das Erbe der Königin
Autor: Philippa Gregory
Reihe: Tudor & Plantagenet #10
Verlag: Bastei Lübbe
Umfang: 581 S. 
ISBN: 9783404163892

Preis: 
9,99€ gedruckt
7,45€ Ebook

Challenge: /
Skoobe: JA


Add it: 

Inhalt: 

Jeder bei Hofe weiß, dass die Frauen Heinrichs VIII. gefährlich leben. Hat er einmal das Augenmerk auf eine andere gerichtet, so schwebt die Königin an seiner Seite in Lebensgefahr. Die deutsche Anna von Kleve kommt als vierte Gemahlin des Herrschers nach England. Die schüchterne junge Frau ist fasziniert vom höfischen Leben, doch schon bald begreift sie, welche Abgründe hinter der schillernden Fassade lauern. Nach Katharina von Aragon und den Boleyn-Schwestern versucht neben Anna nun auch ihre Hofdame, die bildhübsche Katherine Howard, sich bei Heinrich durchzusetzen. Ihnen allen ist bewusst, dass sie in eine Löwengrube geraten sind, aus der sie sich nur schwer wieder befreien können. Nur eine von ihnen kann die Gunst Heinrichs, die Krone Englands und den Kampf um Leben und Tod gewinnen


Meinung: 

Ich gestehe es, ich bin den Tudors verfallen. 

Ja, es ist immer die selbe Geschichte. 
Machtversessener Monarch mit Dynastien-Komplex heiratet nacheinander sechs Frauen und wird fünf davon auf recht unterschiedliche Art und Weise wieder los. 

 
Philippa Gregory wurde ja weltbekannt durch ihr Buch "die Schwester der Königin" in dem es um Anne und Mary Boleyn ging und obwohl Anne meine Lieblingskönigin unter Henrys Frauen ist (das ganze Drama) hab ich mich gegen sie und für die Geschichte von Anna von Kleve und Katherine Howard entschieden. Jeder Autor hat ja seine ganz eigene Herangehensweise an ein Thema und Gregory wenn ihr auf den guten alten Schmökerhisto steht, dann ist Philippa Gregory eine echte Bank. 

Sie erzählt die Geschichte dieser beiden doch sehr utnerschiedlichen Königinnen aus drei verschiedenen Perspektiven. 

1. Anna von Kleve. 
Zu Beginn hatte ich irgendwie ungute Inzestvibes, zwischen ihr und ihrem Bruder, dem Fürsten von Kleve, aber nach Game of Thrones bin ich ja sowas von abgehärtet, dass mir das  nichts mehr ausmacht. Gregory zeichnet Anna als eine Frau die gefangen ist. Zuerst in Kleve unter der Fuchtel ihres herschüchtigen Bruders. Anna will aber raus aus dieser Situation und hofft auf ihre Ehe. Doch König Henry ist ein ekliger, fetter Psycho und so hat sie einen kleinen Käfig zunächst nur gegen einen weit größeren getauscht. 
Als Figur ist Anna auf den ersten Blick nicht besonders clever, und teilweise öde. Sie ist wie diese Tante, die jeder von uns hat, mit der man sich keine fünf Minuten über ein Thema unterhalten kann, bevor sie abtriftet. 
In Anna steckt aber ein großer Wunsch nach Freiheit und einem selbstbestimmten Leben (aber nicht so krass, wie wir das aus vielen anderen Büchern kennen) 
Alles in allem war Anna okay. 
 
2. Lady Rochford
Die Schwägerin von Anne Boleyn und Witwe ihres Bruders George Boleyn hat schon mehr Königinnen gedient, als irgendwer zählen kann. Sie hat den Aufstieg und Fall der Boleyns mitgemacht und als eine der wenigen überlebt. Und jetzt ist sie zurück am Hof um für ihren "Herrn und Meister" den Duke of Norfolk auch weiterhin zu spionieren. Weil dieser Irre, will nichts lieber als Cromwell stürzen und dafür kann auch die neue Königin über die Planke springen. Dem ist alles egal, solang es seinem Vorteil  nützt. 
Lady Rochford war hart zu lesen, weil sie sich ständig in endlosen Wiederholungen ergeht. Seien es jetzt vergangene Zeiten oder dass sie mal wieder schockiert ist, dass ihr "Herr und Gebieter" so skrupellos ist. Dass diese Frau überhaupt noch schockiert sein kann, nachdem Norfolk ja dran beteiligt war die halbe Boleynsippe aufs Schaffot zu schicken. 
 
3. Katherin Howard
Das Tudor Betthäschen. Stellt euch einfach den versautesten und unbedarftesten Teenager vor, den ihr kennt und multipliziert den mit dem Faktor einhundert. Heraus kommt Katherine Howard. Sie hat nur flirten, Jungs, Kleider, Schmuck und Schuhe im Kopf und ist ein kleiner, sexuell ziemlich aktiver Schmetterling der mal hier hin und mal dahin und am Schluss eben auch aufs Schafott flattert. 
Sie ist unfähig weiter als fünf Minuten im Voraus zu denken und trotzdem waren ihre Kapitel die unterhaltsamsten. 
 
Der Leser sollte von diesem Buch kein eintauchen in Politik und dergleichen erwarten. Es geht um Intrigen, um Macht und um jede Menge Sex. Falls ihr also detaillierte Szenen nicht mögt und den alten König Henry mit seinen 150 Kilo und dem eiternden Bein nicht so en detail betrachten wollt, dann ist das kein Buch für euch. 
 
Der Schreibstil von Gregory ist jeweils auf die Figuren zugeschnitten, jede hat ihre eigene Stimme, was positiv zu vermerken ist. Negativ bleibt zu sagen, dass die Autorin die Wiederholung liebt und manche Umstände, Tataschen oder Phrasen bis zum Erbrechen auswalzt und man bestimmt hundert Seiten hätte streichen können, wenn Lady Rochford nicht so oft in den selben Erinnerungen geschwelgt hätte. 
Die Recherche ist gut - natürlich nicht politiklastig - aber Gregory hat es geschafft den Tudorhof lebendig werden zu lassen. 
 
Ich mag das Thema ja, weil ich die wachsende Panik der Figuren mag. Das Realisieren, dass sie einem egozentrischen Machtmenschen vollkommen ausgeliefert sind. Ich mag die Tudor-Ära, weil sie so ausweglos ist, für alle und final. Und unter diesen Gesichtspunkten hat Philippa Gregory mich gut, aber eben nicht sehr gut unterhalten. 
 
Fazit: 
 
Oh schlechte Tudor-Schmöker, ich liebe euch trotz eurer vielen Fehler. 
Wenn ihr die Tudor-Serie mochtet und mal wieder Lust habt einfach nur in eine tödliche Welt voll schillernder bunter Kleider und dem Tode geweihter Königinnen einzutauchen, gibt es glaube ich wenig Autoren die das so hinbekommen wie Philippa Gregory
 
3/5 Sternen
 
 



 

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