[Rezension] Die erste Lüge


Titel: Die erste Lüge
Autor: Sara Larsson
Verlag: Bastei-Lübbe
Umfang: 460 S. 
ISBN: 978-3-404-17430-0
Serie/

Preis: 
10.00€ Taschenbuch
8.49€ E-Book

Challenge: /
Skoobe: /



Inhalt: 

Gotland, 1997. Oscar, Jonas und Rikard vergewaltigen die 16jährige Josefin brutal auf einem Fest. Sie werden angeklagt, aber freigesprochen. Aussage steht gegen Aussage. Jahre später ist Oscar ein erfolgreicher Fußballer, hat Familie und schreibt einen beliebten Blog übers Vatersein. Den Urlaub verbringt er jedoch mehr in Bars als mit Frau und Kind. An einem dieser Männerabende wird er schlimm misshandelt. Gleichzeitig tauchen Bilder von der Vergewaltigung auf …

Meinung: 

Das Buch hat mich sofort gereizt. 
Vergewaltigung ist ein heikles Thema - auch heute noch - und der Stoff von die erste Lüge ist nicht leicht zu schlucken, aber ich bin immer bereit mich von einer Geschichte herausfodern zu lassen.

Auf einer Party wird Josefin brutal von drei Jungs vergewaltigt. Auch danach macht sie die Hölle durch, sie klagt die drei Typen an, aber die werden aus Mangel an Beweisen freigesprochen. 
Der Hauptverdächtige - Oscar - macht Karriere und wird ein erfolgreicher Fußballspieler, bis er auf einem dieser "Männerabende" schlimm mishandelt wird und die Vergangenheit mit aller Macht zurückkommt. 

Puh. 
Ich muss sagen, ich wusste, um was es in diesem Buch geht. Was ich aus dem Klappentext nicht ersichtlich ist, ist was für ein elender Bastard Oscar ist. 
Oscar ist ein skrupelloser Egomane. Einer der sich immer nimmt, was er will, ohne Rücksicht auf  irgendwelche Verluste. Er vernachlässigt seine Kinder, ist untreu und gewaltätig gegenüber seiner Frau Veronika. Er ist ein Egoist übelster Sorte, der alles für seinen persönlichen Vorteil tun würde.
Ich - als Mensch - weiß, dass niemand auf dieser Erde so etwas wie eine Misshandlung mitmachen sollte. 
Auf der anderen Seite gönne ich es - als Leser -  Oscar von ganzem Herzen, dass er mal eine Portion seiner eigenen Medizin zu schlucken bekommt. 
Ich habe Oscar gehasst. Vierhundert Seiten versuchen er und seine beiden Kumpane irgendwie zu vertuschen, was damals passiert ist. Vor ihren Familien, vor ihren Arbeitgebern, vor der Welt.  Aber die Vergangeheit lässt sich eben weder auslöschen, noch verleugnen. Sie lässt sich auch nicht ungeschehen machen und während seine Kumpane mitunter sowas wie Reue zeigen ist Oscar nur an einem gelegen. Oscar. 

Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen. 
Einmal heute und einmal 1997.
Es gibt mehrere Erzähler. Neben Oscar und Josephine, Oskars Freunde und seine Ehefrau Veronika. 
Stück für Stück kommt die ganze Wahrheit heraus und man sieht, wie weit eine einzige Tat ihre Kreise ziehen kann und dass die Vergangenheit nie wirklich vergangen oder vergessen ist. 

Die erste Lüge war lange Zeit ein wirklich gutes Buch. 
Ich habe mitgerätselt wer die Person sein könnte, die die Bilder und die Vergangenheit wieder hochholt. Wer die Person war, die Oscar in Thailand angegriffen hat. 
Sara Larsson konnte mich hinters Licht führen und ich hab mal diesen und mal jenen verdächtigt. 
Das Ende jedoch leidet unter üblichen, typischen Fehler unter dem viele Bücher dieses Genres leiden. Ich möchte hier nicht sagen, wie die Autorin das auflöst, aber dem versierten Leser sind solche Enden bekannt und ich kenne niemanden der sagt, dass er auf so eins gewartet hat. 
Für mich war die Art der Auflösung eine Antiklimax, die sämtliche Restspannung aus der Geschichte nimmt, was sehr schade ist, weil ich außer einem müden Achselzucken nichts mehr übrig hatte. 

Ein weiterer Kritipunkt sind die Dialoge des Buches. 
Ich weiß nicht, ob Frau Larsson wirklich so gestelzte wörtliche Rede schreibt, oder ob es der Übersetzung geschuldet ist, aber bisweilen dachte ich beim lesen "So redet doch kein Mensch" 
Die Themen Missbrauch, Vergewaltigung und Gewalt in der Ehe sind sehr emotionsbeladen und sensibel. Da die Autorin mitunter sehr plastisch und drastisch in ihren Darstellungen ist, würde ich das Buch niemandem emfpehlen, der auf die genannten Themen sensibel reagiert. 

Fazit: 

Die erste Lüge ist ein Buch über ein - immer noch - sehr emotionsbeladenes Thema. Es ist über weite Strecken ein gutes Buch, mit einem schwachen Ende und Figuren die einem herausfodern. 
Da ich das Ende antiklimatisch finde und der Schreibstil mitunter zu hölzern ist, kann ich leider nur

3/5 Sterne

vergeben. 

Danke an Netgalley und Bastei-Lübbe für das Leseexemplar

Kommentare

  1. Hallo!

    Schade, dass dich das Buch nicht ganz überzeugen konnte. Der Klappentext klang doch sehr vielversprechend. :) Aber so bleibt meine WuLi wenigstens ein bisschen kürzer - kann auch nicht schaden. :D

    Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntagnachmittag und hoffe dass dir dein nächstes Buch etwas besser gefällt. :)

    Alles Liebe,
    Jasi ♥

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