[Rezenion] The Midnight Watch

Titel: The Midnight Watch
Autor: David Dyer
Verlag Atlantic Books
Umfang: 336 S. 
ISBN: 9781250080936
Preis: 9.95€ TB
7,49€ ebook

Wertung: ✰✰✰✰✰

Inhalt: 

As the Titanic and her passengers sank slowly into the Atlantic Ocean after striking an iceberg late in the evening of April 14, 1912, a nearby ship looked on. Second Officer Herbert Stone, in charge of the midnight watch on the SS Californian sitting idly a few miles north, saw the distress rockets that the Titanic fired. He alerted the captain, Stanley Lord, who was sleeping in the chartroom below, but Lord did not come to the bridge. Eight rockets were fired during the dark hours of the midnight watch, and eight rockets were ignored. The next morning, the Titanic was at the bottom of the sea and more than 1,500 people were dead. When they learned of the extent of the tragedy, Lord and Stone did everything they could to hide their role in the disaster, but pursued by newspapermen, lawyers, and political leaders in America and England, their terrible secret was eventually revealed. The Midnight Watch is a fictional telling of what may have occurred that night on the SS Californian, and the resulting desperation of Officer Stone and Captain Lord in the aftermath of their inaction.

Told not only from the perspective of the SS Californian crew, but also through the eyes of a family of third-class passengers who perished in the disaster, the narrative is drawn together by Steadman, a tenacious Boston journalist who does not rest until the truth is found. David Dyer's The Midnight Watch is a powerful and dramatic debut novel--the result of many years of research in Liverpool, London, New York, and Boston, and informed by the author's own experiences as a ship's officer and a lawyer.



Ich mag die Nautik.  
Keine Ahnung warum, aber Schiffe und das nasse Element üben eine unglaubliche Faszination auf mich aus und nautische Katastrophen - allen voran das Unglück der Titanic - sind Themen, denen ich  mich nicht entziehen kann. 

Die Tragödie dieses Schiffes wurde ja schon von allen Seiten beleuchtet. Der Eisberg, die Kapelle, die bis zuletzt spielte und Cate Winslet auf der Uhr. Wir hatten es schon alles hundert Mal. Aber jetzt, diesmal, bei diesem Buch, geht es nicht um das Unglück selbst,  nicht um die Tragödien, die sich auf dem Schiff abspielten, sondern um das DANACH. 
Die meisten Titanic Bücher/Filme enden, mit der Ankunft in New York und keiner fragt sich, was passierte danach? Oder ... währenddessen. 

The Midgnigthwatch erzählt die Geschichte der SS Californian. 
Da mich das schon jemand gefragt hat - JA die Geschichte ist historisch belegt - natürlich hat der Autor Figuren dazuerfunden und Dinge interprettiert, aber ein Großteil der aggierenden Personen sind historisch belegt. 

Die SS Californian war das Schiff, das der Titanic am nächsten war. Und ihre Geschichte macht die Tragödie nur noch schlimmer. Drei, viermal schlimmer. 
Ich meine wir haben ein Schiff, das größte, beste Schiff der Welt, vom dem die Rederei großspurig behauptet es wäre unsinkbar. Auf diesem Schiff befindet sich praktisch der gesammte Geldadel New Yorks. Auf seiner Jungfernfahrt rammt dieses Schiff einen verfluchten Eisberg und sinkt. 
WIE WAHRSCHEINLICH IST DAS?
Wäre es Fiktion, wir würden alle Sturm gegen einen solchen Plot laufen! 

So und jetzt die SS Califonication. 
Sie macht das Drama perfekt. Sie hätte helfen können, hat es aber nicht getan. Aus Gründen, die mir beim lesen die Haare zu Berge stehen lassen. Wirklich du willst ins Buch kriechen und die Figuren anschreien, dass sie etwas tun sollen, weil die unglückliche Verkettung von Zufällen, einfach so gravierend ist, dass man es nicht mehr aushält. 

Die Titanic sinkt. 
Die SS Californian tut nichts. 
Am nächsten Morgen sind 1500 Menschen tot. 
Und die Crew muss damit leben. 
Oder auch nicht. 

Erzählt wird die Geschichte aus zwei verschiedenen Perspektiven. 
Einmal aus der Ich Perspektive von Steadman. Einem bostoner Reporter der sich auf Leichen spezialisiert hat. Er geht dahin, wo Menschen gestorben sind und gibt ihnen einen Geschichte. Er merkt gleich, dass der Captain der SS Californian lügt, als er behauptet, er hätte nichts vom Unglück der Titanic mitbekommen. 

Der zweite POV Charakter ist Herbert Stone. 
Er ist der zweite Offizier der SS Californian und er hatte die Midnight Watch. Er hat die Leuchtraketen gesehen, die die Titanic in ihrer Not abgefeuert hat. Und er hat es dem Captain gemeldet. 
Zerfressen von seiner eignen, schwer zu tragenden Schuld, muss sich Stone entscheiden. Sagt er die Wahrheit, dann kommt heraus, dass sein Schiff zu feige war um den Sterbenden im Wasser zu helfen. Lügt er, dann muss er damit leben. 

Dieser Konflikt war sehr gut ausgearbeitet. Auch die wachsende Panik, als das Lügengebilde beginnt zusammenzufallen und sich die Figuren dem stellen müssen. 

Fazit:

Das Buch war fantastisch. 
Es war tragisch und gut recherchiert. Der Autor ist selbst zur See gefahren und man merkt ihm das auch an. Mich hat das Buch sofort gefesselt und in seinen Bann geschlagen. 
Ich kann es wirklich jedem empfehlen. 

Kommentare

  1. Huhu!

    Oh, von der SS Californian habe ich ja noch nie was gehört - das ist ja unglaublich! Mit was für einer Schuld musste dieser Herbert Stone leben, ich weiß nicht, ob ich das an seiner Stelle ertragen hätte...

    Das Buch muss direkt mal auf die Wunschliste. Das kann ich dann als Kontrastprogramm lesen, nachdem ich endlich mal "Fateful" von Claudia Grey vom SUB erlöst habe, den in dem Buch geht es auch um die Titanic. Allerdings plus Werwölfe.

    LG,
    Mikka

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    1. Hey Mikka,

      Fateful hatte ich auch mal auf meiner Liste, bin aber noch nicht dazu gekommen es zu lesen :)

      Es freut mich, dass ich dir ein Buch empfehlen konnte.

      lg
      Nadine

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