[Rezension] die Schatten von Edinburgh

Titel: Die Schatten von Edinburgh
Autor: Oscar de Muriel
Verlag: Goldmann
Umfang: 480 S. 
ISBN: 978-3-442-48505-5 

Wertung: 
✰✰✰✰

Inhalt: 

Edinburgh, 1888. Der begnadete Ermittler Ian Frey wird von London nach Schottland zwangsversetzt. Für den kultivierten Engländer eine wahre Strafe. Als er seinen neuen Vorgesetzten, Inspector McGray, kennenlernt, findet er all seine Vorurteile bestätigt: Ungehobelt, abergläubisch und bärbeißig, hat der Schotte seinen ganz eigenen Ehrenkodex. Doch dann bringt ein schier unlösbarer Fall die beiden grundverschiedenen Männer zusammen: Ein Violinist wird grausam in seinem Heim ermordet. Sein aufgelöstes Dienstmädchen schwört, dass es in der Nacht drei Geiger im Musikzimmer gehört hat. Doch in dem von innen verschlossenen, fensterlosen Raum liegt nur die Leiche des Hausherren ...


Meinung: 

Wenn die Buchhändlerin deines Vertrauens dir sagt, du sollst dieses Buch lesen, dann widersprichst du nicht. Niemals!
Bei die Schatten von Edinburgh hat mich schon das Cover neugierig auf die Geschichte gemacht. Noch dazu liebe ich historische Romane im Allgemeinen und historische Krimis im Speziellen. Außerdem kommen noch Jack the Ripper, klassische Musik und Schotten mit dazu. Das Buch hatte einfach ALLES was ich mir von einem historischen Krimi wünsche.

Die Schatten von Edinburgh ist ein klassischer Kriminalfall mit locked Room Szenario.
Der versnobte Ermittler Ian Frey wird von London nach Schottland strafversetzt, für ihn ein absoluter Schock, denn seine Familie kann die Schotten nicht ausstehen und überhaupt, was für ein unzivilisiertes Loch ist Edinburgh. Als wäre das für einen Gentleman nicht schon Schmach genug, bekommt Ian auch noch einen neuen Partner. Adolphus McGray. Der ist ungehobelt, glaubt an Feen und Irrlichter und ist mit der Körperhygiene wohl zu Zeiten von William Wallace stehengeblieben.
Jetzt müssen die beiden zusammenarbeiten, um den Fall eines ermoderten Geigers aufzuklären.

Ich muss sagen, mir hat das Buch sehr gut gefallen.
Ian ist eine überzeugende und unterhaltsame Figur, auch wenn er mir als Protagonist für eine Reihe etwas zu "einfach gestrickt" ist. Er hat zwar seine privaten und beruflichen Probleme, aber ich bevorzuge doch die düsteren Helden mehr.
Adolphus McGray war zwar lebendiger, als Ian - was vom Autor auch so beabsichtig ist - und zu Anfang fand ich die Reibereien zwischen den beiden sehr amüsant, allerdings legte sich das im Laufe des Buches.
Ich mag es ja, wenn Figuren eine Chemie haben, wenn sich zwei unterschiedliche Charaktere ergänzen und so zu einem perfekten Team werden. Allerdings fand ich das Verhalten von McGray irgendwan "to much". Ständig schreit er Ian an, blökt herum, beleidigt ihn, nennt ihn "Dandy" "Mädel" oder "Junge". Am Anfang war das ja noch charmant, aber fast 500 Seiten in Gesellschaft eines Pulverfasses mit kurzer Lunte zu verbringen, fand ich dann doch sehr anstrengend und ermüdend.
Vielleicht ist es auch der Übersetzung geschuldet, aber die Bromance-Chemie zwischen den beiden Figuren hat irgendwann nicht mehr gestimmt. 

Der Fall um den ermordeten Geiger ist recht unterhaltsam.
Der Autor nimmt uns mit auf eine Zeitreise ins späte 19. Jahrhundert und tut das auf sehr unterhaltsame, detailierte Art und Weise. Trotzdem ist "die Schatten von Edinburgh" ein ruhiges, unterhaltsammes Buch, dass meistens auf die allzu grausigen Details verzichtet. Schließlich wird es aus der Ich-Perspektive eines Gentlemans erzählt.

Fazit:

Die Schatten von Edinburgh ist das perfekte Buch für all diejenigen unter euch, die auf der Suche nach einem unterhaltsamen Krimi für diese stürmischen Tage sind.

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