[Rezension] The North Water

Titel: The North Water
Autor: Ian Mcguire
Verlag: Scribner
Umfang: 336 S. 
ISBN:  9781471151255

Wertung: 
✰✰✰✰✰ 

Inhalt: 

Behold the man. Stinking, drunk, brutal and bloodthirsty, Henry Drax is a harpooner on the 'Volunteer', a Yorkshire whaling ship that is due to set sail for the rich hunting waters of the Arctic Circle. Also aboard for the first time is Patrick Sumner, an ex-army surgeon with a shattered reputation, no money and no better option than to embark as ship's medic on this violent, filthy, ill-fated voyage.

In India during the Siege of Delhi, Sumner thought he had experienced the depths to which a man can stoop and imagined he'd find temporary respite on the 'Volunteer', but now, trapped in the wooden belly of the ship with Drax, he encounters pure evil and is forced to act. As the true purposes of the expedition become clear, the confrontation between the two men plays out in the freezing darkness of an arctic winter.

Meinung:  

Holy Shit

Ja, ungefähr so könnte ich den Inhalt dieses Buches zusammenfassen. Holy Shit. Es gibt keinen besseren Ausfruf zu beschreiben, was dieses Buch mit mir angestellt und durch welche Hölle es mich geschickt hat. Ich sage es gleich, The North Water ist kein Buch für diejenigen unter euch, die vor plastischer, physischer oder psysicher Gewalt zurückschrecken. Dieses Buch führt einem in wahre Abgründe und ist so schockierend brutal und dabei so real, dass ich zu meinem Holy Shit zurückkomme. 

The North Water war ein Spontankauf am Flughafen Heathrow. Ich hatte noch ein paar Pfund über und wie jedes Jahr, waren sie für Bücher bei WHS kurz vor dem Abflug reserviert. Das ist sowas wie ein Ritual für mich. Das letzte englische Geld, wird für coole neue Bücher verpulvert und sofort stach mir dieses Cover ins Auge. Der Wal, das Schiff, der kleine Eisbär. Oh mein Gott, ich liebe Nautik und nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, musste das Buch mit. 

Die ersten hundert Seiten hab ich auf meinem Flug zurück nach Frankfurt gelesen und die nette Dame neben mir, hat mich sogar über einige Dinge aufgeklärt. Das man aus Walsperma Kerzen machen kann, okay, wer hätte das gedacht?
Das Thema des Buches ist Walfang. Ich hatte ja - durch meinen übermäßigen genuss von 20.000 Meilen unter dem Meer - immer so eine Art romantisch verklärte Sicht auf das Thema, weil bei Jules Verne der Harpunier Ned Land lustig zwei Wale harpuniert und alle sind hocherfreut und man trinkt Brandy. 
Dabei das Walfischfanggewerbe absolut ekelhaft, und McGuire schont den Leser nicht. Er schont uns bei nichts. 
Auf den ersten siebzig Seiten hatten wir vergewaltigte und ermorderte Kinder. Mord, Totschlag, Verrat, Prügeleien, erschlagene Babyrobben und abgeschlachtete Walfische.
Ich sage von mir selbst, dass ich - was Bücher angeht - wirklich hart im Nehmen bin, aber dieses Buch hat mich fast an meine Grenzen gebracht. Der Autor beleuchtet alles, aber nicht so, dass er sich in schrecklichen Details suhlen würde. Es ist eher eine nüchterne Betrachtung der Dinge, zu denen Menschen eben fähig sind. 

Die Figuren sind keine Helden. 
Sie sind Betrüger, Mörder, Vergewaltiger. Zwar hat der Autor uns mit Patrick Sumner einen - für dieses Buch- einigermaßen anständigen Charakter als Protagonisten gezaubert, aber auch Sumner ist nicht astrein. Sein Kampf gegen Drax ist fast schon episch und das Drama, dass über die Besatzung der Volunteer hereinbricht ist ... es hatte mich so gepackt, ich konnte nicht aufhören zu lesen, obwohl mich das, was da stand entsetzt und angeekelt hat.  
Das Buch hat einen ungeheuren Sog, und wenn man einmal in der Geschichte drin ist, dann kommt man nicht mehr von ihr los. 

Fazit: 

Wenn ihr hart im nehmen seit, und auch vor der harten, schonungslosen Realität des 19. Jahrhunderts nicht zurückschreckt, dann lest verdammtnochmal dieses grandiose Buch!

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