[Rezension] Ersticktes Matt

Titel: Ersticktes Matt
Autor: Nina C. Hasse
Reihe: Floodlands #1
Umfang: 440 S. 

Wertung: ✰✰✰✰✰

Inhalt: 

Ein Viertel ohne Hoffnung.
Ein Mörder ohne Skrupel.

New York, 1893.

In den Floodlands, einem Elendsviertel mitten im East River, verfolgt die Polizei ein Gespenst. An jedem Tatort eine weibliche Leiche, eine Schachfigur in der Hand. Das Spiel eines Wahnsinnigen?

Für Remy Lafayette, Gesichtsanalytiker und Berater beim New York Floodlands Police Department, wird die Jagd zu einer Reise in die eigene Vergangenheit, als seine ehemalige Verlobte in den Sog der Ereignisse gerät. 


Meinung: 

Es gibt sie
Die Bücher, bei denen ich mich ernsthaft frage, warum ich sie nicht schon viel früher gelesen habe. 

Monatelang bin ich um ersticktes Matt herumgeschlichen und nie habe ich einfach auf den Kaufbutton geklickt. Dabei hat das Buch alles, was ich mag. Ein tolles historisches Setting, einen spannenden Kriminalfall, ausgefallene Charaktere und milde Steampunkelemente. 
Damn. Es ist echt so, als hätte Nina Hasse das Buch nur für mich geschrieben und ich dumme Kuh, hab es erst jetzt entdeckt. 

Die Autorin entwirft in ihrer Floodlands-Reihe ein interessantes Szenario. Die industrielle Revolution hat etwas zu gut funktioniert und durch den unkontrollierten Ausstoß von Co2 sind die Polkappen weggeschmolzen, wie ein Calippo an einem heißen Sommertag. Die Folge waren verheerende Überschwämmungen, die z.B. Holland einfach von der Landkarte radiert haben. Die Folge davon: Unkontrollierte Flüchtlingsströme, die z.B. in New York anbranden und sich dort in einer Pfahlsiedlung (den titelgebenden Floodlands) niederlassen. Dort geschehen dann seltsame Morde. Junge Frauen werden erdrosselt aufgefunden, in ihren Händen Schachfiguren.

Natürlich nimmt die New Yorker Polizei das sehr ernst und engangiert Remy Lafayette (Namen gehört, Herzchen in die Augen bekommen) einen Gesichtsanalytiker, der die Ermittlungen unterstützen soll, aber bald persönlich in den Fall involviert wird. 

Wer mich kennt, der weiß, dass für mich die Figuren das A und O einer Geschichte sind. Nina Hasse hat einen guten Job gemacht, mit Remy. Aber auch die anderen Charaktere, wie Remys Mitbewohner Rufus und Henley oder die zur Unterstützung eilenden Agenden Fox und Loyd. 
Mir persönlich waren die alle etwas zu nett. Das ist auch einer der wenigen Kritikpunkte an diesem Buch, dass es für mich persönlich noch etwas düsterer, böser und ja, erwachsener oder sagen wir besser, tiefer hätte sein können. 

Zwar haben die meisten der Figuren große persönliche Probleme, mit denen sie klar kommen müssen. Und ihnen passieren im Laufe der Handlung mitunter schlimme Dinge. Und es sind danach auch gute Ansätze da, leider nutzt das die Autorin nicht voll aus, weil ihre Figuren trotzdem immer noch ganz klar "die Guten" sind. Aber das ist persönlicher Geschmack, weshalb ich hier nur vielleicht ein halbes Sternchen abziehe. 

Der Kriminalfall um das erstickte Matt hat einige Wendungen und war gut konstruiert, auch wenn ich den Täter relativ schnell enttarnt hatte. Es gibt einige gute Plottwists, die ich nicht hab kommen sehen, und einen Täter, den ich (leider) zu schnell enttarnt hatte. Geht mir meistens so, ich weiß nicht warum. Der Fall an sich war spannend und interessant (auch weil ich Schach mag) und am Ende gibt wird es richtig spannend mit einigen Show Downs.
Die Art wie Nina Hasse es dann am Ende auflöst, fand ich dagegen etwas weniger gut. Es ist ein Stilmittel das viele Autoren benutzen und das ich einfach nicht mag.
 Das ist - ebenso wie das mit den Charakteren - natürlich wieder persönliches Gusto.

Fazit:

Ich kann nur jedem empfhelen sich dieses Buch schleunigst zuzulegen.
Auch wenn ich ein zwei Kleinigkeiten gefunden habe, die mir persönlich gefehlt haben, bleibt ersticktes Matt unterm strich ein spannender historischer Krimi, mit leichten Steampunkelementen und tollen Charakteren.

Ich warte sehnsüchtig auf Teil 2 der Reihe 





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