[Rezension] Sakura - die Vollkommenen









Preis: € 3,99 [D]

Seitenanzahl: 337

Reihe: Einzelband

Verlag: Digi Tales by Arena

Meine Wertung: ✰✰✰✰





Inhalt

Es ist die einzige Chance, die sie je haben wird: Als der Kaiser zur „Blüte“ aufruft, weiß Juri, was sie zu tun hat. Aber das Auswahlverfahren, bei dem am Ende nur die Vollkommenen einen Platz an der Oberfläche erhalten, ist hart und unbarmherzig  und Juri nicht makellos genug, um daran teilzunehmen. Trotzdem kann sie nichts davon abhalten. Die dunkle Höhle, in der sie ihr ganzes Leben verbringen musste, will sie um jeden Preis verlassen. Verkleidet als Junge, schmuggelt sie sich unter die Probanden. Doch ausgerechnet der Sohn des Kaisers wird auf sie aufmerksam. Hat er Juris Tarnung durchschaut? Oder spielt auch der Prinz ein doppeltes Spiel?

Meinung: 

Sakura war eine Zufallsbegegnung auf der Leipziger Buchmesse, ich war - rein zufällig - auf der Fantasy Leseinsel am Chillen, als Kim Kestner auf die Bühne kam und ihren neuen Roman vorgestellt hat. 
Es dauerte genau fünf Sätze und ich wusste, dass ich Sakura lesen muss. Also habe ich mir den Roman sofort runtergelanden und auf der Zugfahrt  nach Hause gleich mal das halbe Buch gelesen.

🌸🌸🌸
 
Für ein Jugendbuch ist Sakura wirklich harter Tobak. Die Welt in der Juri leben muss, ist nichts für sanfte Gemüter. Kim Kestner hat eine Welt aus Ebenen erschaffen und Juri wohnt in der untersten davon und steckt sprichwörtlich in der Scheiße fest. Sie arbeitet in der Leichenverbrennung, und hat mit 18 Jahren ihr Leben so gut wie hinter sich. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Knochenfresserkrankheit sie holt und sie elendig daran verreckt. 
Oh und zu Essen gibt es nur Reis. Den ganzen Tag, jeden Tag. 

Ich war sofort begeistert von dieser Welt. Ich mag es ja dunkel, gemein, versifft und dreckig und Kim Kestner macht einen verdammt guten Job uns in Juris Welt einzuführen. 
Aber dann, ganz plötzlich hat Juri eine Chance zu entkommen. Der Kaiser sucht die die schönsten Mädchen und die tapfersten Jungs, aus allen Ebenen, damit sie bei ihm in der Sonne in ewiger Glückseligkeit leben. 
Doch Juri ist nicht schön genug, um es bei den Mädchen zu schaffen, also verkleidet sie sich kurzerhand als Junge. Doch der Kaiser spielt ein falsches Spiel, denn es geht nicht sofort an die Oberfläche. Zwischen Juri und der Sonne stehen etliche Prüfungen. Zehn Kirschblüten muss sie sammeln, oder sie wird zurückgeschickt, was für unsere Heldin den Tod bedeuten würde. 

Die Idee mit den Prüfungen ist jetzt nicht neu. Viele Dystopien leben ja von solchen oder ähnlichen Szenarien. Ich fand die Prüfungen ehrlich gesagt, mittelprächtig. Die Autorin nutzt zwar das, was sie hat, aber sie schustert Juri mehrere unfaire Vorteile zu, über die ich jetzt nicht groß spoilern will.  Natürlich dient der Mittelteil dazu, die Entwicklung und die Beziehungen der Figuren voranzutreiben, aber mich haben die Prüfungen nicht wirklich gepackt.

🌸🌸🌸

Die erste Hälfte des Buches hat mir sehr gut gefallen. Doch als das Buch immer weiter in Richtung Ende vorranschritt, fragte ich mich kurz, ob es vielleicht der erste Teil einer Reihe ist. Denn bei 70% waren die Prüfungen noch nicht abgeschlossen und ich weigerte mich zu glauben, dass die Autorin es so enden lässt, dass Juri und ihre Freunde in der Sonne herumhüpfen und die Leute in den unteren Ebenen halt einfach mal Pech gehabt haben, und verrecken können. 

Der Schluss an sich - der eigentliche Grund für meinen Punkteabzug hier - hat mir nicht gefallen. Das ist natürlich persönlicher Geschmack, aber das ging mir alles zu zack zack und jetzt haben wir ein Ende und das wars dann. Knapp 350 Seiten sind ein strammes Programm für Themen wie soziale Ungerechtigkeit, Kastensystem, Revolution, Diversität, Genetik. Und alles wird kurz angeschnitten, aber nichts wird wirklich mal bis ins Detail behandelt. Weshalb sich am Ende alles irgendwie überschlägt, alle Fäden zusammenlaufen, aber es ein einziges großes Durcheinander ist, von gefühlt 1000 Sachen, die gleichzeitig zum Ende kommen und man bei manchen (wie die Bestrafung der Feinde) gar nicht die Zeit hat, das gebührend zu feiern und zu genießen. 

🌸🌸🌸

Ich mochte unsere Heldin Juri. Sie ist tough, nimmt kein Blatt vor den Mund und vorallem gibt sie niemals auf. Sie kämpft von der ersten Seite bis zur letzten und es war wirklich keine Sekunde lang langweilig. Ich mochte auch ihre Entwicklung von der Einzelgängerin, die keinen an sich heranlassen will, zu einem Menschen der sich eingesteht, dass man manchmal im Leben einfach Hilfe und andere Menschen braucht. 

Es gibt natürlich auch eine Menge Jungs, die Juri trifft. Dom und den Rest, mit dem sie die Prüfungen meistert. Auch die waren gut gemacht und jeder hatte seine eigene, kleine Geschichte, bei der man mitleiden konnte. 
Mein persönlicher Favorit in dem Buch war Rebecca. Sie ist Juris Freundin, verdient sich ihr Geld als Prostituierte und sie ist einfach der Hammer. Rebecca stiehlt jede Szene in der sie auftritt und ich bin ein großer Fan von dem Mädchen. 
#TeamRebecca

🌸🌸🌸

Ich mochte Kim Kestners Schreibstil, aber für ein Jugendbuch sind verdammt viele Schimpfworte drin. Ich wollte irgendwann mal zählen wie oft die Leute Scheiße, beschissen usw. sagen und hab irgendwann bei knapp 100 aufgegeben. Mir persönlich macht das nichts aus, ich kann derbe Sprache ab, aber für ein Jugendbuch ist es gewagt. 

Unterm Strich hat mir Sakura sehr gut gefallen. 
Es hat zwar hier und da ein paar kleine Schwächen, aber ich kann es trotzdem jedem wärmstens empfehlen!

Aber vorsicht, danach wollt ihr bestimmt keinen Reis mehr!
🌸🌸🌸




 
 
 
 

Kommentare

  1. Großartige Rezension! Hat mich sofort angesprochen und freue mich, über FB auf Deinen Blog gestolpert zu sein.

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    1. aaaaaaaaw danke schön! Freut mich, wenn ich dir das Buch schmackhaft machen konnte.

      lg
      Nadine

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  2. Ha, eigentlich wollte ich erstmal keine neuen Bücher mehr kaufen. Aber das Buch ist fies und einfach so auf meinem Reader erschienen (ok, vielleicht war mein Finger auch einfach schneller beim "Kaufen" klicken als mein Hirn nein sagen konnte....).
    Jetzt fehlt nur noch die Lesezeit...

    LG

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