[Rezension] Da Vincis Tiger









Preis: € 17.99€ [D]

Seitenanzahl: 287

Reihe: Einzelband

Verlag: Katherine Tegen Books

Meine Wertung: ✰✰✰





Inhalt: 

The young and beautiful daughter of a wealthy family, Ginevra longs to share her poetry and participate in the artistic ferment of Renaissance Florence but is trapped in an arranged marriage in a society dictated by men. The arrival of the charismatic Venetian ambassador, Bernardo Bembo, introduces Ginevra to a dazzling circle of patrons, artists, and philosophers. Bembo chooses Ginevra as his Platonic muse and commissions a portrait of her by a young Leonardo da Vinci. Posing for the brilliant painter inspires an intimate connection between them, one Ginevra only begins to understand. In a rich and vivid world of exquisite art with a dangerous underbelly of deadly political feuds, Ginevra faces many challenges to discover her voice and artistic companionship—and to find love.

Meinung: 


Als ich den Klappentext von da Vincis Tiger gelesen habe, wusste ich sofort, dass ich dieses Buch kaufen muss. Die Gründe dafür, sind eigentlich klar. Florenz, die Renaissance, Medici, Leonardo da Vinci, seine Muse, die selbst eine begnadete Poetin war. Das Buch war praktisch für mich gemacht. Jetzt, nach den letzten Zeilen, bin ich irgendwie ernüchtert, weil ich mir einfach mehr von da Vincis Tiger versprochen habe.

✶✶✶

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Ginevra de Benci erzählt. Ginevra ist eine historische Figur und ihr Bild existiert wirklich und hängt (als einziger da Vinci in Amerika) in der Kunstgalerie in Washington. 

(Quelle Wikipedia)

T.M. Elliott will, dass wir sehen, was für eine ausgewöhnliche Frau Ginevra war. Schließlich war sie die erste Frau in einem Renaissance-Gemälde, die nicht im Profil gemalt wurde, das Bild war ein kleiner Skandal und ja, dazu gehört Mut. Ginevra hat großes Interesse an Philosophie, an Poesie und ist offen für neue Ideen, zumindest will die Autorin, dass wir dieses Bild von ihr bekommen. Das Bild einer mutigen, jungen Frau, die sich gegen die Konventionen ihrer Zeit stemmt und ihren eigenen Weg geht. 

Leider ist die Buch-Ginevra größtenteils eine echte Nervensäge. Sie ist eine klassische historische Roman Mary-Sue. Jeder verliebt sich in sie, und sie hat keine Ahnung, warum ausgerechnet sie, dafür auserwählt wird. Sie fällt bei alles und jedem aus den Wolken, und das, obwohl sie uns sonst bei jeder sich bietenden Gelegenheit unter die Nase reibt, wie schlau sie nicht ist. 
Für Menschen die nicht total auf Cicero und Dante steil gehen (z.B. ihren Ehemann einen Tuchhändler) hat sie eigentlich nur milde Verachtung übrig. 
So richtig konnte ich mich mit ihr nicht anfreunden, weil sie einfach zu sprunghaft und eindimensional war. Ich hatte auf tolle Gespräche zwischen ihr und Leonardo gehofft, aber die gab es fast nicht. Stattdessen ergeht sich Ginevra immer nur darin, uns wieder und wieder die Grundzüge der platonischen Lieben oder die Rolle der Frau in der Renaissance zu erklären. Und das ergibt auf Dauer eben keine Geschichte mit der ich mitfiebere.

✶✶✶

Das Buch zentriert sich stark auf Ginevra, die aber nicht wirklich für Spannung sorgt. Es gibt de facto keinen Spannungsbogen in diesem Buch. Die Versuche der Autorin ein bisschen Action hineinzubringen scheitern kläglich an der Unfähigkeit der Protagonistin diese zu Transprotieren. 
Zwar macht T.M. Elliott einen guten Job das Florenz der Renaissance vor uns auszubreiten, mit all seinen Intriegen, seinen Eigenarten, seinen miteinander verflochtenen Familien und seinen großartigen Künstlern, aber es köchelt alles eher auf mittlerer Flamme vor sich hin. 

✶✶✶ 

Das einzige, was ich an diesem Buch wirklich genossen habe, waren die Abschnitte über Kunst. Wenn es um Kunst, Gemälde, Skulpturen geht, um den Prozess des Schaffens oder um Leonardo da Vinci, der mit den Mitteln seiner Zeit versucht die Zukunft zu erschaffen, dann war diese Buch wirklich großartig.
Leider sind diese Abschnitte schnell wieder vorbei. 

Fazit: 

Als Fazit sage ich, dass da Vincis Tiger ein klassiches YA-Buch ist, dass bei allen Themen ziemlich an der Oberfläche kratzt, während ich auf mehr Tiefe gehofft habe.

Kommentare

  1. Das Cover finde ich sehr schick :)
    Schade das die Geschichte nicht ganz so spannend ist wie sie klingt. Um das Buch bin ich auch rumgeschlichen aber dieses klassische YA schreckt mich momentan ab. Davon habe ich noch genung auf dem SuB....

    LG

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