[Rezension] das zweite Gesicht









Preis: € 9,99 [D]

Seitenanzahl: 417

Reihe: Einzelband

Verlag: BTB Verlag

Meine Wertung: ✰✰✰




Inhalt

Massachusetts 1842:
 Die 15-jährige Polly zündet die heimische Farm an, ihr brutaler Vater kommt in den Flammen um. Polly und ihr Bruder müssen fliehen und finden Zuflucht in einer Shaker Gruppe. In dieser religiösen Gemeinschaft mit strengen Regeln wähnt sich Polly sicher vor den Nachstellungen des Privatdetektivs Simon Pryor, der den Fall aufklären soll. In der jungen Shaker-Schwester Charity findet sie eine Freundin und Verbündete. Doch als Polly sich in den Augen der Gemeinschaft als „Seherin“ erweist, als eine Auserwählte mit mystischen Visionen, beobachtet man sie auch hier mehr als genau. Wird Polly unter diesen Umständen weiter ihre wahre Geschichte verheimlichen können?

Meinung

Nicht einfach ein Buch wie "das zweite Gesicht" zu rezensieren.
Ich wollte es lesen, weil ich Bücher über religiöse Gemeinschaften mag und der Klappentext, der ja auch einen Hauch Mystery andeutet hat mich sofort angesprochen.
Ich wusste bis dato nichts über die Shaker und ich mag ja Bücher, bei denen ich zu einem Thema auch mal googlen und mich einlesen kann.

Alles in allem ist das zweite Gesicht ein durchschnittlicher historischer Roman, der - gerade in der Mitte - einige Längen hat. Rachel Urquhart hat gut recherchiert und man erfährt viel über das Leben in einer Shakergemeinde. Nur, ist es - wie bei allen historischen Stoffen - immer ein feiner Spagat zwischen dem, was der Leser wissen muss, um dem Stoff zu folgen, und dem, was die Autorin gerne erzählen würde. Und so sind manche Passagen sehr ausschweifend und zäh. Es ist definitiv kein Buch, dass man schnell mal wegliest.

Die Autorin teilt die Geschichte unter drei Erzählern auf.
Polly - Schwester Charity - Simon Pryor

Polly ist ein 15 jähriges Mädchen, dessen Familie vom alkoholkranken Vater Silas auf jede erdenkliche Art misshandelt wird. Als er ihnen mit dem Tode droht, plant Polly die Flucht in deren Folge das elterliche Anwesen niederbrennt und ihr Vater stirbt.
Pollys Mutter bringt sie und ihren kleinen Bruder Ben in die City of Hope zu den Shakern und verschwindet dann. Polly wird von ihrem Bruder - wie es dort Sitte ist - von ihrem Bruder getrennt - und hat alle Hände voll ihre Geheimnisse vor der Gemeinde zu verstecken. Denn nicht nur der Brand lastet auf  ihr. Nach den Misshandlungen durch ihren Vater, hat Polly sich immer an einen Ort zurückgezogen, den sie mit dem Himmel vergleicht und dort "Engel" getroffen. Als sie auch bei den Shakern einen Anfall in der Art hat, sehen diese in ihr eine auserwählte Seherin.
Ich mochte Pollys Kapitel. Polly war ein toller Charakter, mit dem ich wirklich mitgefiebert habe. Vorallem, als die Spannung innerhalb der Gruppe größer wird, denn längst nicht alle sind von Pollys Visionen überzeugt.

Anders sieht das bei Schwester Charity aus. Ihre Kapitel waren für mich die schwersten. Charity ist eine wahre Gläubige. Sie wurde als Baby zu den Shakern. Zu Anfang hatte ich das starke Gefühl, dass sie sich für etwas besseres hält. Weil sie von der Eldress (der Oberin) aufgezogen wurde und auch eine besondere Rolle in der Gemeinschaft einnimmt. Doch dann muss sie einen harten Schicksalsschlag verkraften und freundet sich mit Polly an.
Irgendwie wurde ich nie richtig warm mit Charity, sodass ich für ihre Kapitel entweder extra lang gebraucht habe, oder sie quer gelesen habe.

Simon Pryoer ist Protagonist Nummer drei und seine Erzählperspektive ist so ganz anders, als die der beiden Mädchen. Ein übler Mensch hat ihn in der Hand und er muss losziehen und herausfinden, warum das Haus abgebrannt ist. Und er muss die Pollys Mutter finden und die Frage klären, wem das Land jetzt eigenltich gehört. Ich mochte Simon Pryor, weil seine Kapitel immer Fahrt in die Story gebracht haben.

Als Fazit kann ich sagen, dass das zweite Gesicht ein durchschnittlich guter historischer Roman ist. Er hat ein interessantes Thema und verschiedene Charaktere. Allerdings hat er seine Längen und es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis alle Handlungsteile endlich zueinander finden.
Wenn ihr also auf der Suche nach einem Buch mit einem ungewöhnlichen Thema seid und starke Frauenfiguren mögt. Dann kann ich es euch empfehlen. Wenn ihr mehr auf Aktion und eine rasante Handlung aus seid, dann könnte das Buch euch schnell langweilen.

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