[Rezenion] Der Himmel über Palermo












Preis: € 18.- [D]


Seitenanzahl:225


Reihe: /

Verlag: Goldmann


Meine Wertung: ✰✰✰✰



Inhalt: 

Palermo, 1881: 
Mit der ganzen Familie reist Richard Wagner nach Sizilien. Auch seine Stieftochter Blandine von Bülow ist dabei, Cosimas Tochter aus erster Ehe. Während Wagner sich zurückzieht, um den Parsifal zu vollenden, nehmen Cosima und ihre Töchter am gesellschaftlichen Leben teil. Vor allem Blandine sorgt für Aufsehen – und erliegt selbst dem Zauber der alten, prächtigen Palazzi, der prunkvollen Feste und einer Landschaft, die keinen Winter kennt. Auf einem Ball in der Silvesternacht begegnet sie Graf Biagio Gravina, Spross einer der ältesten Adelsfamilien der Insel, der ihr schon bald den Hof macht. Könnte sie glücklich werden in dieser fremden, exotischen Welt?

 Meinung

Es ist zu heiß. 
Das habe ich gestern beschlossen, ich binkein Sommermensch und die Hitze setzt mir zu. Ich habe keinen Kopf für blutige Fantasy oder beinharte Thriller. Ich kann mich bei dem Wetter nicht auf Plots konzentrieren, bei denen ich kombinieren und mich anstrengen muss. Ich will einfach nur da liegen, und die Welt an mir vorbeiziehen lassen und etwas lesen, was wie ein Hauch frische Luft ist. 
Und da kam Constanze Neumanns Buch über Blandine von Bülow wie gerufen. 

Es ist nicht übermäßig lang, sondern mit 225 Seiten genau richtig. 
Es ist eine Art Romanbiographie über einen wichtigen Teil des Lebens von Blandine von Bülow, der Stieftochter von Richard Wagner und ich muss sagen, das Buch hat mich angenehm überrascht.

Sprachlich ist das Buch wirklich eine Perle. Weil es irgendwie melancholisch und trotzdem nicht traurig ist. Claudia Neumanns Text fließt einfach so an einem vorbei und man taucht in das Leben von Blandine und das ihrer Freundin Tina ein.

Blandine ist die Stieftochter von Richard Wagner und die Enkelin von Franz Liszt. Sie ist aber auch ein schüchternes, introvertiertes Mädchen von 18 Jahren, als sie mit einem Teil ihrer Familie nach Sizilien übersiedelt. Der Vater muss den Parsival vollenden und beim Lesen hatte ich irgendwie den Eindruck, dass ganz Sizielen kollektiv die Luft anhalten muss, nur weil Richard Wagner da ist.
Mehr als einmal hab ich  mich beim Lesen darüber aufgeregt, was für verdammt unmögliche und unhöfliche Leute diese Wagners sind.

Blandine hat mir richtig leid getan. Sie ist zu schüchtern um etwas zu sagen, oder zu gut erzogen oder zu ängstlich.
Natürlich ist das große Thema ihre Beziehung zu ihrem Gatten Biagio, ihr Kennenlernen beim Silvesterball, bis hin zu der Zeit nach dessen Tod, als die dann sehr viel reifere Blandine beschließt Sizillien wieder den Rücken zu kehren.

Als Fazit kann ich sagen, dass Der Himmel über Palermo ein wunderbares, kleines Buch ist, für alle, die es gern ruhig angehen lassen wollen, aber trotzdem eine Gewisse Tiefe in ihrer Lektüre schätzen.

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