[Rezension] Das Erdbeermädchen












Preis: € 10.99 [D]


Seitenanzahl: 352


Reihe:

Verlag: Heyne


Meine Wertung: ✰✰✰✰






Sommer 1893. Die Bewohner von Åsgårdstrand, einem malerischen Fischerdorf an der norwegischen Küste, bereiten sich auf die Ankunft ihrer reichen Sommergäste vor. Die junge Erdbeersammlerin Johanne soll den Sommer über als Dienstmädchen im Hause des Admirals Ihlen arbeiten. Johanne freundet sich mit Tullik, der impulsiven Tochter des Admirals, an. Als diese eine verbotene Affäre mit dem noch unbekannten Edvard Munch beginnt, der geächtet am Rande des Dorfes lebt, drohen ihre Freundschaft und der bürgerliche Friede in Asgardstrand daran zu zerbrechen. 


Meinung:  

Eigentlich gehören Bücher wie das Erdbeermädchen nicht zu meinem Beuteschema. 
Aber es ist Sommer und da will ich keine düsteren Schlachten, sondern etwas lockeres, leichtes und das Buch von Lisa Stromme war einfach die perfekte Sommerlektüre. 

Erzählt wird die Geschichte von Johanne. 
Als kleines Kind wurde sie vom berühmten Maler Hans Heyerdahl porträtiert. Für die illusteren Gäste aus Kristiania, die sich zur Sommerfrische in dem kleinen Fischerdorf Asgardstrand einfinden, ist Johanne seitdem nur das Erdbeermädchen. 

Doch Johanne will so viel mehr!
Sie will Malerin werden, doch ihre Mutter hat andere Pläne und so wird Johanne Dienstmädchen im Hause von Admiral Ihlen. Dort lernt sie dessen Tochter Tullik kennen, die schon bald eine skandallöse Affäre mit Edvard Munch beginnt. 

Ganz ehrlich, ich mochte das Buch. 
Ich bin ja immer skeptisch wenn Frauen die Hauptrolle in historischen Büchern übernehmen, aber bei Johanne habe ich erstaunlich wenig zu meckern. Natürlich will sie sich von den Konventionen und den Einschränkungen ihrer Zeit befreien und mehr aus sich machen. Natürlich ist sie ein echter Wildfang und hat Pläne, Ziele und Träume, die sie verflogt, auch wenn das Leben und ihre Mutter ihr andauernd Knüppel zwischen die Beine werfen. 
Doch im Gegensatz zu vielen anderen Protagonistinnen, fühlt sich Johanne echt an. Ich konnte mit ihr mitfiebern und mitleiden. Sie hatte eine gewisse Tiefe und ihre Erzählstimme war angenhem, manchmal sogar lyrisch, wenn sie über Farben und Emotionen geredet hat, als wären sie ein und das Selbe. 

Tullik hingegen mochte ich nicht. Auch sie will sich emanzipieren, aber macht das auf rücksichtlose und teilweise sehr dumme Art und Weise. Sie trägt natürlich maßgeblich zu Johannes Coming of Age bei, aber sie war manchmal einfach eine unmögliche Person und ich hätte sie - gerade in der Mitte des Buches, als sie die Affäre mit Munch beginnt - gern mal geschüttelt, so wütend war ich auf sie. Ihr Revolution ist der typische Trotz eines verwöhnten, reichen Mädchens, das sich benachteiligt fühlt. 

Ein weiterer Pluspunkt - neben dem Setting, das wirklich atemberaubend schön ist - ist dass die Autorin es geschafft hat Reales und Fiktion zu verweben. Und natürlich Kunst. Ich liebe Bücher über Kunst und Maler und hier kann der Leser dabei sein, wenn Edvard Munch ein paar seiner berühmtesten Werke erschafft. 

Der Dramalevel ist natürlich sehr hoch in diesem Buch. Und gerade in der Mitte, hatte ich teilweise den Drang in das Buch zu krabbeln und Tullik und ihre Schwestern zu fragen, ob sie eigentlich noch alle Latten am Zaun haben. Es einen Cat-Fight um Edvard Munchs Zuneigung zu nennen, wäre die Untertreibung des Jahrhunderts. 
Das Drama ist also grandios, ihr werdet also Popcorn, Schokolade, einen Anti-Stressball und Taschentücher brauchen, um das zu überstehen. 

Als Fazit bleibt mir nur zu sagen: 
Das Erdbeermädchen ist ein perfektes  Sommerbuch, voll mit Kunst, Drama, einer starken Protagonstin und das alles vor der fjordtastischen Kulisse Norwegens. 

Ich weiß nicht, was ihr hier noch länger wollt, geht und lest das Buch

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