[Rezension] Nachtblau












Preis: € 12,99 [D]


Seitenanzahl: 304


Reihe: /

Verlag: Harper Collins


Meine Wertung: ✰✰✰✰



Inhalt:

Die junge Haushälterin Catrijn ist begeistert, als sie mit ihrer Dienstherrin den großen  Rembrandt besuchen darf. Sie selbst kann gut malen, übt ihr Talent aber nur heimlich aus. Als die Schatten der Vergangenheit sie einholen und sie fliehen muss, findet sie Unterschlupf bei dem Besitzer einer Porzellanfabrik in Delft. Zusammen mit  Evert beginnt sie, die faszinierende Keramik zu verzieren, die sich weltweit einen Namen machen wird: Das Delfter Porzellan. Doch das Glück mit der nachtblauen Farbe ist nur von kurzer Dauer. Catrijn weiß, dass sie für eine vergangene Sünde zahlen muss.

 Meinung: 

Nachtblau von Simone van der Vlugt hat mich sofort angesprochen. Ich mag Bücher über Malerei und ich mag das Setting. Da ich selbst schon in Delft war - tolle Stadt solltet ihr unbedingt besuchen - und das Delfter Porzellan wirklich wunderschön finde, musste ich dieses Buch einfach lesen. 

Erzählt wird die Geschichte von Catrijn, für einen historischen Roman eher ungewönlich aus der ersten Person und im Präsens. Catrijn ist noch jung, gerade mal fünfundazwanzig, und gerade Witwe geworden. Schon immer wollte sie in die Stadt ziehen, doch nun ist es - aus gewissen Gründen - unumgänglich, dass sie ihr altes Leben hinter sich lässt und ein neues beginnt. 

Ihre Reise hat mehrere Stationen, zuerst ist sie Haushälterin in einem vornehmen Haus in Amsterdam. Doch dort holt sie ihre Vergangenheit ein, und sie muss weiter nach Delft flüchten, wo sie als Keramikmalerin immer weiter aufsteigt, doch auch dort schlägt das Schicksal unerbittlich zu. 

Mir hat das Buch wirklich gut gefallen, so gut, dass ich es an einem Tag gelesen habe. Mir war zwar von Anfang an klar, was mit ihr in Delft passieren wird, weil ich die Geschichte der Stadt kenne, aber als das große Unglück dann passiert, war ich trotzdem total fertig. Catrijn ist eine gute Heldin. Sie kann was und sie weis das und sie versucht - im Rahmen ihrer Möglichkeiten - das Beste daraus zu machen. Natürlich ist sie auf der anderen Seite auch hier und da etwas zu naiv, aber das macht sie in der Summe betrachtet menschlich. 

Als Kritikpunkt führe ich an, dass das Buch mit gerade einmal 300 Seiten sehr kurz ist und so die Geschichte sehr gehetzt wirkt. Hundert Seiten mehr, hätten hier nicht geschadet, weil wir viele interessante Szenen nicht zu sehen kriegen, sondern vieles einfach als kurzes Intermezzo abgehandelt wird, oder die Autorin manche Konflikte leider nicht nutzt. 

Z.B. Kann Catrijn sehr gut malen, die Herrin in ihrer ersten Anstellung, würde gern eine große Malerin werden, aber ihr fehlt das Talent. Dieser Konflikt wäre so gut gewesen, so so gut, aber die Autorin hat ihn nur angekratzt und Catrijn dann weitergeschickt, was wirklich schade ist. 
Alles passiert sehr schnell, und so wird auch Catrijns Karriere in der Porzellanmanufaktur und ihre Malübungen nur kurz angeschnitten. Auch hier hätte ich mir mehr "Fleisch auf den Knochen" der Geschichte gewünscht, einfach um sie mehr zu würdigen. 

Empfhelen würde ich das Buch allen Lesern und Leserinnen, die gern ruhigere Bücher und starke weibliche Frauenfiguren bevorzugen und auf der Suche nach einem schnellen, unterhaltsamen Buch für den Sommer sind.

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