[Rezension] Kein Toter für den Kirchhof












Preis: € 15,-[D]


Seitenanzahl: 240


Reihe: Hugh de Singleton #4

Verlag: Brunnen Verlag


Meine Wertung: ✰✰✰



Inhalt: 

"Es war zwei Wochen nach dem Weißen Sonntag des Jahres 1366, als ein Rufen und Hämmern an der Haustür mich von dem Brotlaib aufblicken ließ, mit dem ich das nächtliche Fasten brach. Hubert Shillside war es, der da seine Knöchel an meiner Tür aufschürfte. Er war auf dem Weg zur Burg und wollte, dass ich ihn begleitete. Ein Todesopfer war zu beklagen. An diesem Morgen hatte man Thomas atte Bridge gefunden – vom Ast einer Eiche hängend."

Alles sieht nach einem Selbstmord aus. Aber Hugh de Singleton hat begründete Zweifel daran – und bald auch einen ersten Beweis. Nun ist er verpfl ichtet, der Sache auf den Grund zu gehen. Thomas atte Bridge war ein übler Zeitgenosse gewesen und viele Menschen in Bampton haben gute Gründe, über sein Ableben nicht allzu betrübt zu sein. Schon bald steckt Hugh in einem Dilemma: Er muss herausfi nden, wer einen gemeinsamen Feind ermordet hat … und damit eventuell einen Freund an
den Galgen liefern.


Meinung: 

 Ich bin eher durch Zufall über dieses Buch gestolpert, als ich bei Skoobe das Angebot historischer Kriminalromane durchstöbert habe. 
Normalerweise lese ich Reihen ja nur in chronologischer Ordnung, aber bei Krimis mache ich immer eine Ausnahe, weil die "Rahmenhandlung" ja nur der Privatkram der Ermittler ist. So konnte ich auch hier, den vierten Band der Reihe, ohne großes Vorwissen lesen. Natürlich gibt es - im Privatleben - von Hugh jetzt Spoiler, sollte die vielleicht die Spannung aus den vorherigen nehmen, aber damit kann ich leben. 

Inhaltlich ist "kein Toter für den Kirchhof" ganz passabel, der Titel hingegen ist furchtbar sperrig, und der Originaltitel "Unhallowed Ground" hätte wirklich geschickter übersetzt werden können. 

Der Autor ist ja studierter Historiker, was seinem Buch gewisse Authentizität verleiht, vorallem bei der Rechtslage im England des 14. Jahrhunderts (die teilweise recht sperrig war) 
Die eigentliche Story wird sehr langsam erzählt. Ich fand es passabel, weil ich sowieso ein Buch zum berieseln lassen gesucht hatte, aber wer auf einen spannenden, temporeichen Kriminalplot hofft, der wird hier leider enttäuscht werden. 

Was mir besonders aufgefallen ist, dass der Autor alle zwei Seiten einen Absatz darüber schreibt, was Hugh gerade isst. Wirklich diese ganzen "Heute gibt es Schmorbraten" Absätze dienen immer wieder als Kapitelanfang und Überleitung und andauernd isst der Protagonist, so viel, dass ich mich irgendwann gewundert habe, dass Hugh nicht aufgeht, wie ein Hefekloß. 

Die Figur des Hugh de Singleton ist in Ordnung. Er hat kriminalistisches Gespür und fängt sofort an zu ermitteln, sobald er den Toten gesehen hat. Er hat auch ein gutes Auge für Details. Natürlich ist es im 14. Jahrhundert nicht einfach einer Spur aus Indizien zum Ziel zu folgen, weil die forenzischen Möglichkeiten de facto nicht existend sind, aber er bekommt ein Fleißsternchen dafür, dass er nicht aufgibt. 
Hugh ist ein netter Kerl, ein bisschen schrullig, aber der Autor legt Wert darauf, dass wir ihn mögen. 
Im Vergleich mit anderen historischen Ermittlern wie zum Beispiel Shardlake von C.J.Sansom, hat mir bei dem Buch hier, ein wenig die Rafinesse gefehlt. Sowohl von den Figuren, als auch von der Geschichte an sich, die sich über einige Kapitel nicht recht voran bewegt. 

Als Fazit bleibt, dass "Kein Toter für den Kirchhof" ein unterhaltsames Buch für zwischendurch ist. Ich empfehle es Lesern, die es gerne ruhig angehen lassen und in der Krimi Abteilung eher zu Cosy-Crime als zu Hardboiled greifen.

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