[Bookrant / Abbruchbericht] Nyxia











Preis: € 11,30,-[D]


Seitenanzahl: 384


Reihe: Nyxia #1

Verlag: Random House


Meine Wertung: DNF 70%



Emmett Atwater isn’t just leaving Detroit; he’s leaving Earth. Why the Babel Corporation recruited him is a mystery, but the number of zeroes on their contract has him boarding their lightship and hoping to return to Earth with enough money to take care of his family.

Forever.

Before long, Emmett discovers that he is one of ten recruits, all of whom have troubled pasts and are a long way from home. Now each recruit must earn the right to travel down to the planet of Eden—a planet that Babel has kept hidden—where they will mine a substance called Nyxia that has quietly become the most valuable material in the universe.

But Babel’s ship is full of secrets. And Emmett will face the ultimate choice: win the fortune at any cost, or find a way to fight that won’t forever compromise what it means to be human


Meinung: 

Ich hatte Nyxia nicht auf dem Schirm. Es war in meiner Ilumicrate und das Cover sah super cool aus. Mein Herz gehört zwar dem historischen Roman, aber hey, ich bin immer bei einem coolen Science-Fiction Abenteuer mit dabei. 

Der Plot klang auch super cool. 

Es geht darum, dass wir - zusammen mit 10 Jugendlichen - durchs All fliegen, die auf einem vom Aliens besiedelten Planeten eine geheime Mission zu erfüllen haben. 
Das klingt doch klasse, richtig?
 Ja, dachte ich auch. 
 Aber im Ernst,  Nyxia war das langweiligste Buch, dass ich dieses Jahr gelesen habe, und wenn ich das Fazit ganz kurz machen müsste, warum mir dieses Buch so wenig gefallen hat, dass ich es abgebrochen haben, dann wäre es "Verschenktes Potential"

Die Story klingt im ersten Moment super cool, aber sie hat für  mich aus folgenden drei Gründen einfach nicht funktioniert: 

1. Alles schon mal besser gelesen
2. Science Fiction?
3. Soll DAS Diversity sein? 

Alles schon mal besser gelesen: 

Mir als Vielleser ist klar, dass jede Geschichte schon tausend Mal erzählt wurde, oder wie Sherlock Holmes so treffend bemerkte "There is nothing new under the sun". 
Der Literaturbetrieb folgt Trends. Mal sind es Vampire, im nächsten Jahr Dystopien und im übernächsten eben YA-Sci-Fi. Der Markt will, was der Markt will und jeder will sein Stück vom Kuchen haben. 
Wir hatten unendlich viele Bella Swans und unendlich viele Katniss Everdeens, die sich, immer mit anderen Namen und Rahmenbedingungen durch ihre jeweiligen Plots gekämpft haben (okay bei den Bella Swans sind sie eher gestolpert, weil sie so ungeschickt waren) 
Ich weiß, dass es nur sehr wenige, besondere Bücher gibt, die einem das Gefühl geben: "Sowas hab ich ja noch nie gelesen!"

Aber Nyxia war, für mich, einfach ein Smoothie aus allen möglichen Plotteilen, verschiedener anderer Sci-Fi/Dystopie Filme oder Bücher. 

Wir befinden uns in einer nicht näher definierten Zukunft, aber die Welt hat sich nicht groß geändert. Um den großen Philosophen Frank Gallager aus Shameless zu zitieren: "Es gibt die Reichen und die Gefickten" 
Und zehn dieser vom Leben gefickten Jugendlichen hat sich die Babel Company unter den Nagel gerissen. Sie erhalten die Chance ihres Lebens und ihre Familien erhalten 50.000$ monatlich sowie Zugang zur Krankenversicherung von Babel. Für unseren Protagonisten Emmet ist das der Jackpott. Gleich im ersten Kapitel wird er, vom Big Boss persönlich, darüber aufgeklärt was von ihm erwartet wird. Und das war schon der erste Moment in dem ich dachte: "Ach komm schon."

Kommt euch dieser Plot auch so bekannt vor: 

Ein Unternehmen hat im Weltall einen erdähnlichen Planeten und dort einen sehr wertvollen Rohstoff entdeckt. Nyxia. Allerdings wird der Planet von einer indogenen Alienbevölkerung bewohnt, deren Siedlung genau in dem Bereich liegt, wo das größte Nyxiavorkommen liegt. Nun versucht man mittels Infiltration trotzdem an das begehrte Material zu kommen. 

Das ist einfach 1:1 der Plot von James Camerons Avatar (Was im Grunde auch nur der Plot von Disneys Pochahontas im Weltall war). Nur, dass die Aliens nicht mittels eines ...  na ja Avatar infiltriert werden sollen, sondern, die Aliens mögen Kinder/Jungedliche und deshalb können die sich da (vielleicht, man weiß es nicht so genau) frei bewegen und das Nyxia abbauen. 

Ich war da schon leicht angesäuert, weil wenn ein Buch schon anfängt, dass ich auf den ersten 30 Seiten denke: "Das ist doch wie Avatar", dann ist das nicht gut. Aber ich dachte: "Hey vielleicht wird das ja noch cool, weil fremder Planet und Aliens." 

Wie jung und dumm ich war. 

Die 10 Jugendlichen starten also ihre Reise in Richtung Eden und werden gleich mal damit konfrontiert, dass es von den 10 nur 8 eine Runde weiter schaffen. Warum? Survival of the fittest, nehme ich an. Dann folgen ca. 150 Seiten gähnende Langeweile. Die 10 machen irgendwelche Test und Aufgaben. Schwimmen in Sturmbecken, machen Waldlauf auf einem gigantischen Laufband, battlen sich mit Waffen.Und ganz im Ernst "Jugendliche treten bei Prüfungen gegeneinander an und bekämpfen sich bis aufs Messer" das hatte ich in 100 Büchern von the Hunger Games, über Divergent bis hin zu Sakura und ich hab dieses ganze Pseudogefighte einfach satt. Das lockt mich nicht mehr hinterm Ofen hervor und außerdem war es hier stinklangweilig umgesetzt.  

Es ist einfach nichts NEUES an dem Buch und keine Charaktere, die mich begeistern können. Ich hab gelesen und gelesen und als die auch bei 70% bis auf minimale Außnahmen keinen Schritt weitergekommen sind und ich mich durch eine furchtbar forcierte Lovestory quälen musste, hatte ich einfach genug. Und ja, ich hätte dem Plot sogar verziehen, dass er einfach nur zusammengeklebte Fragmente aus anderen (besseren) Büchern war, aber dann war da noch Punkt 2. 

Science Fiction?

Nachdem YA Jahrelang das Fantasygenre heimgesucht hat, ist jetzt Science Fiction dran. Leute, ich erwarte nicht, dass ich da seitenweise Abhandlungen über Technik lese. Nein. Aber die Antwort auf Fragen, die ich als Leser im Bezug auf den Science Fiction Part der Geschichte habe, dürfen nicht zu 100% mit Nyxia beantwortet werden. 
Aber genau das macht dieses Buch. 

Wie haben sie es geschaft, dass die Raumschiffe so viel schneller durchs All fliegen => Nyxia
Wie schaffen wir es, dass ein Team aus Leuten die aus verschiedenen Ländern stammen sich verständigen kann? => Nyxia
Wieso gibt es hier im Raumschiff Schwerkraft => Nyxia

Auf jede Frage ist die Antwort Nyxia und zwar nur das. Keine weitere Erklärung wird gegeben. Man kann aus Nyxia ALLES machen (außer Essen, weil das wäre ja ... verrückt) und es tut mir leid, das reicht nicht. Das reicht auch nicht für ein YA Buch! Nyxia ist das wandelnde Deus-Ex-Machina Produkt und so etwas akzeptiere ich als Leser einfach nicht. 

Um sich untereinander zu verständigen tragen die Jugendlichen eine Gesichtsmaste aus Nyxia. Das wandelt dann z.B. Englisch in Japanisch oder Farsi oder Französich um. ABER woher zum Teufel WEIß das Material, dass Emmet Amerikaner ist und eine Übersetzung in diese Sprache braucht? Woher weiß Nyxia überhaupt was Englisch ist? KEINE ERKLÄRUNG HIERFÜR. Und nein, darüber kann ich nicht hinwegsehen. 
Das S in SF steht für SCIENCE also Wissenschaft. Und nicht für Space, oder Schwubbel oder Schaunwirmalwirdschonkeinemauffallen. 

Man kann das Material mittels Gedankenkontrolle in jede erdenklich Form bringen (außer Essen und Wasser) man kann damit sogar Leben erschaffen? Also so Nyxiavögel die herumfliegen. Immer wenn es dem Plot genehm ist, zaubert Nyxia eine weitere eigenschaft aus dem Arsch, und das ist einfach nur faules Storytelling. Sorry, aber sowas mag ich nicht. 

Vielleicht wird das ja in den fehlenden 30% oder in den Folgebänden alles erkärt, aber ich bin der Meinung, ich muss mich nicht zu 400 Seiten kämpfen um eine Erklärung zu elementaren Fragen zu bekommen. 

 Kommen wir jetzt mal zu Punkt 3

Soll das Diversity sein?

Heikles Thema. Ich weiß. 
Um das gleich mal klarzustellen ich bin absolut dafür das PoC und LGBT Charaktere eine würdige Repräsentation in der Literatur bekommen. Und das ist für mich auch kein TREND oder IN oder sonst was. Jeder Mensch soll in den Buchladen gehen können und Helden finden die ihn/sie repräsentieren und zwar nicht als lustiger schwuler Klischeefreund oder unwichtige Nebenperson.  Ich bin ganz klar für Diversity. 
Aber Nyxia versucht so hart divers zu sein, dass es einfach daran scheitert und ich es nicht ernstnehmen kann.

Von 10 Jugendlichen an Bord stammen 3 aus den USA. 
Dann haben wir noch eine große Gruppe aus Asien, EIN Mädchen aus Kenia, einen Jungen aus Palästina und ich glaube ein Mädchen aus Indien und eins aus Südamerika. Sieht man sich einmal an, wie viel der Weltbevölkerung Amerika stellt und wie die Prognosen für die Zukunft sind, dann ist das Buch mal wieder von Amerikanern für Amerikaner geschrieben.
 Oh und wir haben Jaime aus der Schweiz. 

Den hab ich mir gemerkt, weil er - so wie er auftaucht - als straight, white, male (der einzige Weiße in der Gruppe) gleich mal zum Feind erklärt wird, weil alle anderen bei der ersten Präsentation und der Aussicht auf 50k pro Monat Schnappatmung bekommen, nur Jaime nicht. Emmet hat ihn also gleich auf dem Kieker, weil er nicht auf die Summe reagiert. Also schlussfolgert Emmet, dass er bestimmt reich ist und hier eh nur so just for fun mitmacht. 
Was sich hinterher als falsch herausstellt. 

Überhaupt stotzt die Beschreibung der einzelnen Charaktere (falls sie denn vorhanden ist, die meisten sind eh nur so ... da) von Klischees. Longwei ist natürlich der Beste in allem, weil ... er ist Asiate. Aus anderen Reviews weiß ich, dass am Ende noch ein russischer Jugendlicher auftaucht, der als "Hacker" charakterisiert wird. Ganz im Ernst, was soll das? 

Wenn sogar ein Plot, der in der Zukunft spielt, auf solche Klischees zurückgreifen muss, dann brauch ich das wirklich nicht. Anstatt das, wie z.B. bei Star Trek, es einfach keine Rolle spielt, woher jemand kommt oder welches Geschlecht er hat, wird hier einfach wieder nach Schema F vorgegangen und so ziemlich jedes Klischee abgegrast. 

Fazit: 

Unterm Strich kann ich nur sagen, ich war enttäuscht. 
Ein langweiliger Plot, den ich schon 100x besser wo anders gelesen habe und Charaktere, die mich absolut kalt lassen. Dazu das titelgebende Element Nyxia, was eigentich  nur ein Mcguffin ist. 

Das Buch hätte gut sein können, scheitert aber an der fehlenden Kreativität. 




Kommentare

  1. Hallo :)
    genialer Rant, spätestens bei Schwubbel konnte ich nichtmehr vor lachen. Leider sehr schade dass das Buch so unterirdisch war, dabei klingt es doch gut! Diese YA-SciFi finde ich sehr suspekt, das mit der Ya-High-Fantasy gingt ja schon in vielen Fällen schief. Man kann nur hoffen das es besser wird!

    LG

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