[Abbruchbericht / Bookrant] Bitch











Preis: € 12,99€[D]


Seitenanzahl: 220


Reihe: /

Verlag: Knaur


Meine Wertung: DNF 50%



Inhalt: 

Ein verzogenes Luxus-Gör, eine dysfunktionale Familie und drei brutale Gangster – der neue Hard-Boiled-Krimi von L. S. Anderson
Es gibt Muttersöhnchen und es gibt Papamädchen. Muttersöhnchen kann man vergessen, ein Papamädchen macht man sich besser nicht zur Feindin. Die achtzehnjährige Emma Lauenstein ist so ein Mädchen. Sie sehnt sich nach dem Luxus, mit dem ihr Vater sie überhäufte – bis ihre Familie vor vier Jahren auseinanderbrach. Seitdem fühlt sie sich in einem zweitklassigen Leben gefangen. Sie hasst ihre Schule, die sie mehr schwänzt als besucht; sie hasst ihren schmierigen neureichen Stiefvater und ihren pubertierenden Stiefbruder; sie verachtet ihre tablettenabhängige Mutter, die Emmas Vater feige im Stich ließ; und sie hat bei Douglas Hausverbot, weil sie dort einmal zu oft klaute.
Eines Abends gerät Emmas Leben erneut aus den Fugen. Zusammen mit ihrer Familie wird sie von drei Gangstern als Geisel genommen. Doch die Männer ahnen nicht, mit wem sie sich anlegen. Denn Emma ist schlau, zäh und skrupellos. Als es um ihr Überleben, ihre Freiheit und die Chance geht, in die Welt der Reichen und Schönen zurückzukehren, ist sie zu allem bereit …

Danke an Netgalley und Knaur für die Bereitstellung des E-Books. 

Meinung: 

Besprechung enthält Teile des Inhalts

Ich gebe zu, dass ich, nachdem ich den Klapptentext gelesen habe, richtig Bock auf das Buch hatte. Den Titel, okay, den kann man vergessen, das Cover auch, aber irgendwie hatte ich Erwartungen an das Buch. Ich hab den Klapptentext gelesen und gedacht, okay, Emma ... das ist ne Mischung aus Caroline Channing (2Broke Girls) und Hit Girl (Kick Ass) und ja, ich hatte richtig Lust auf eine verzogene und skrupellose Luxus-Göre, die drei Kriminellen mal ordentlich zeigt wo der Hammer hängt.  

Hard-Boiled macht mir nix. 
Zumindest schließe ich nicht grundsätzlich für mich aus, Bücher zu lesen, in denen die Gewalt nicht mit Zuckerguss überzogen wird. Die Welt ist ein brutaler Ort und Geschichten können brutal sein, wenn es die Story voran bringt. Aber dieses Buch ... meine Güte. 

Es startet schon so, dass die Familie gerade zu Abend essen will und selenruhig dabei zusieht, wie drei schwarz gekleidete Gestalten auf über ihr Grundstück auf sie zu laufen. Sofort bekommt Emmas Stiefvater zur Begrüßung eine Faust ins Gesicht und die Familie wird gefangengenommen und in einen Wirtschaftsraum ohne Fenster gesperrt. 
In diesem wird die Familie die komplette erste Hälfte dieser Novelle verbringen. Mehr passiert nicht in diesen 50%, außer, dass die vier in diesem Zimmer hocken und Emma alle zwanzig Seiten rausgelassen wird, um den Pisseeimer zu lehren und/oder den Geiselnehmern Essen zu kochen. 

Ich verstehe nicht, was der Klappentext da anteasert. 
Denn nichts deutet darauf hin, dass die Gangster "nicht wissen, mit wem sie sich anlegen". Vielleicht legt Emma in den letzten 50% noch eine 180° Drehung hin, aber ihre Pläne aus der Situation zu entkommen sahen bist jetzt so aus, dass sie sich zuerst überlegt hat, aus dem Dachfenster im Bad zu klettern (was verworfen wurde) und jetzt plant sie bei nächster Gelegenheit Schlaftabletten aus dem Medizinschrank ihrer Mutter zu stehlen und diese wahrscheinlich dann ins Essen der Gangster zu streuen. 
Aber daran ist jetzt nichts, was ich skurpellos nennen würde,  noch zeichnet sich irgendwas in die Richtung ab. 

Das Buch hat einfach keinen ordentlichen Plot. Was es dafür hat, sind eine Menge Stereotypen und Vorurteile und Klischees, die ganz billig ausgewalzt werden. 

* Zwei der Täter sind so richtige Gulag-Gangster-Russen. Einer davon hat sich natürlich mit Wodka und ungefilterten Zigaretten den Körper kaputt gemacht, sodass er seine Lunge scheibchenweise aushustet. Der zweite war beim "Militär" und dann im Knast. Natürlich sind sie - dem gängigen Klischee enstprechend - ungepflegt, stinken, werfen andauernd slawische Phrasen in den Text, fressen wie die Scheunendrescher und vergewaltigen was das Zeug hält. 

* Täter Nummer drei ist Masud. Moslem. Frauenhasser, aus tiefster Überzeugung, der nichts lieber tut, als der unreinen Schlampe, die keine Unterwäsche trägt, die Faust ins Gesicht und den Stiefel in die Rippen zu rammen. Gerne würde er ihr auch mit seinem Messer die Kehle durchschneiden, vor dem Spiegel, damit sie sich sterben sieht. Und oh, er ist zwar tiefgläubig und isst nur halal, hat dann aber kein Problem damit den minderjährigen Stiefbruder der Protagonistin oral zu vergewaltigen. 
(BTW die Formulierungen stammen alle aus dem Text, nicht das noch jemand denkt, ICH würde mir sowas ausdenken) 

* Irenes Mutter ist depressiv und hat daraus resultierend eine Tabletten- und Alkoholabhängigkeit entwickelt. Emma kennt jedoch keine Gnade für  ihre Mutter, die sie als schwach und armeslig betitelt und immer wieder darauf herumreitet, dass SIE (Emma) nicht so schwach und armselig wie ihre Mutter ist. Die ja kein Rückgrat hat und überhaupt an allem Schuld ist, weil sie so ein schwacher armseliger Mensch mit ihrer Krankheit ist. Emma hat nicht mal Mitleid mit ihrer gottverdammten Mutter, als diese brutal vergewaltigt wird und das nur, weil Irene Emmas Vater verlassen und ein Kontaktverbot erwirkt hat. 

Leute ich könnte ja meinen Podex darauf verwetten, dass Irene so ihre Gründe dafür hatte, schließlich hat Emmas supertoller Vater, den sie über alles in den Himmel hebt, nicht verhindern können ( wobei ich eher glaube, dass da ein wollen stehen sollte) dass Emma mit 14! von einem stinkreichen Inder(?) (Mr. Khan) auf seiner Yacht zuerst unter Drogen gesetzt, entjungfert und geschwängert wurde. 
FATHER OF THE YEAR!

 Ich hab die ersten 110 Seiten halt so weggelesen, immer in der Hoffnung, es würde mal endlich etwas passieren, was nicht nur ein Auswalzen irgendwelcher abgelutschter Klischee-Charaktere ohne Tiefgang ist. Die einzigen Szenen, die ein kleiner Lichtblick waren, waren die, in denen sich Emma an die Zeit vor der Verhaftung ihres Vater erinnert (mit Ausnahme der mit Mr. Khan, was ein echter Tiefpunkt im Klischeesumpf war) Doch dann, als sich andeutete, dass jetzt auch noch die minderjährige Protagonistin oral von einem der Gangster vergewaltigt werden sollte, hab ich für mich persönlich die Reisleine gezogen und gesagt: Das will ich nicht mehr länger lesen. 

Das ist auch mein Fazit:

Ich mag sowas nicht lesen. Nicht, weil ich Gewalt nicht abkann, sondern weil die Geschichte einfach schlechte und die Figuren reine Klischees sind.


Kommentare

  1. Hallo,
    du hast grade echt einen Lauf mit Büchern die nicht halten was der Klappentext verspricht und dazu anstrengend klingen. Soviele Klischees! Ich hätte wahrscheinlich schon viel früher abgebrochen....
    Und was hat dass das du gelsen hast mit dem Klappentext zu tun?

    LG

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  2. Hmm, ich kann dich durchaus verstehen, dass du das Buch abgebrochen hast.Klingt nicht nach einem Buch, dass man unbedingt gelesen haben sollte, obwohl ich in meinem Fall zugeben muss, dass ich auch den Klappentext nicht sonderlich interessant finde, das liegt aber daran, dass das einfach nicht mein Genre ist. ;)
    Wie Emma es den Gangstern zeigt, kann ich aber bisher auch nicht erkennen. Wahrscheinlich kommt die Wende nach der Stelle, an der du abgebrochen hast. Dann ist sie bestimmt total motiviert dazu, dass den Gangstern so richtig zu zeigen.

    LG, Moni

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